Quelle: Rosa Liste München – Wahlprogramm 2026 (PDF) Partei/Gruppierung: Rosa Liste München e.V. Wahltermin: 08. März 2026 Kontakt: Lindwurmstr. 73, 80337 München Web: www.rosaliste.de Instagram: @berndmueller_rosaliste
#Für was wir stehen. Und wofür wir gemeinsam kämpfen!
Rosa Liste am 08. März 2026 wieder in Stadtrat und Bezirksausschuss 2 wählen!
#Inhalt
- Damit München bunt bleibt. Queere Menschen bewegen München – für alle.
- Mit Rosa Liste selbstverständlich: Vielfalt bereichert die Stadt
- Unser Ziel 2026: Stark in der Münchner Kommunalpolitik
- Kurz und knackig: Zwölf zentrale Ziele
- Unser Spitzenkandidat: Bernd Müller
- Mit Engagement und Verstand weiter für unsere Sache im Rathaus und BA 2
- Erfolge der Rosa Liste 2020 bis 2025
- Die Rosa Liste im Münchner Stadtrat und Bezirksausschuss 2026–2032
- Stadtpolitik für München aus queerer Perspektive
- Die Kandidat*innen für den Stadtrat
- Darum: Rosa Liste
- Die Kandidat*innen für den BA 2
- How to vote. Darauf müsst ihr beim Wählen achten
#01 Mit Rosa Liste selbstverständlich: Vielfalt bereichert die Stadt
1996 hat Rosa Liste als politische Interessenvertretung der Münchner LGBTIQ*-Community Geschichte geschrieben. Mit Thomas Niederbühl zog erstmals in Europa ein schwuler Mann als Vertreter einer Wähler*innen-Initiative der LGBTIQ*-Community in ein Kommunalparlament ein. Er wurde bei jeder folgenden Kommunalwahl wiedergewählt. Seit Alexander Miklosys Wahl im Jahr 2002 (gest. 2018) stellte die Rosa Liste im BA 2 (Bezirksausschuss 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) 18 Jahre lang den Bezirksausschussvorsitzenden („Bezirksbürgermeister"), zuletzt mit Andreas Klose als Stellvertreter. Was 1989 bei unserer Gründung eine unglaubliche Idee war, wurde zu einem zukunftsweisenden Erfolgsmodell und ist noch immer europaweit einzigartig. Rosa Liste hat Lesben, Schwulen, trans* und inter* Menschen sowie allen queeren Personen dadurch einen sichtbaren Platz in unserer Stadtgemeinschaft erkämpft und zu einer deutlichen Klimaveränderung beigetragen. In München ist Rosa Liste vielleicht die entscheidende verbindende Klammer und Plattform für alle Menschen der LGBTIQ*-Community. Die entstandene städtische Infrastruktur für Queers gilt inzwischen als vorbildlich in Deutschland und einzigartig in Bayern.
#Wir sind akzeptiert wie nie zuvor
Die jahrelang auch von uns angemahnte und im Jahr 2017 beschlossene „Ehe für alle" und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sind wichtige Schritte auf dem Weg zu rechtlicher Antidiskriminierung und voller gesellschaftlicher Akzeptanz und Wertschätzung.
- Eine städtische Koordinierungsstelle LGBTIQ* wurde eingerichtet.
- LGBTIQ*-Projekte werden städtisch gefördert; von dem queeren Jugendzentrum „diversity München", dessen „diversity Café", den Beratungsstellen von Sub und LeTRa, Projekten in der rosa Altenarbeit, der Trans*Inter*Beratungsstelle, bis zu dem Lesbenzentrum LeZ in der Müllerstraße.
- Um queere Tourist*innen wird geworben. Hunderttausende demonstrieren zum CSD, Tausende feiern im Bierzelt auf der Wiesn, bei Straßenfesten, internationalen Sportevents, diversen Kulturveranstaltungen und sogar einem queeren Weihnachtsmarkt. Die Community ist sichtbarer denn je.
#Doch die Realität sieht anders aus
Aber je queerfreundlicher das Klima in der Stadt einerseits wird, desto mehr versuchen uns andererseits starke Strömungen der neuen Rechten in Politik und Gesellschaft in Grenzen zu verweisen: Es sei jetzt wirklich genug. Mit der „Homo-Ehe" seien wir doch in der Mitte der Gesellschaft angekommen und hätten jetzt alles erreicht. Oder noch krasser: Wir würden als „Queere Lobby" das Leben der anderen einschränken.
Akzeptanz kommt immer wieder an ihre Grenzen. In unserem Alltag erfahren wir immer noch Abwertungen, Ausgrenzungen und Defizite, egal ob am Arbeitsplatz, in der Schule, als Jugendliche, Alte oder HIV-Positive. Gewalt gegen Minderheiten ist nicht nur ein Thema in anderen Teilen der Welt, auch bei uns. Manche Religionen, Sekten und Freikirchen, auch die römisch-katholische Kirche, haben immer noch ein anti-homosexuelles Profil, wenn auch unterschiedlicher Ausprägung.
Rosa Liste will deshalb nicht zurück, sondern weiter voran gehen: Wir wollen vollständige Gleichstellung für uns und ein Miteinander vielfältiger Lebensformen als gegenseitige Bereicherung. Denn eine vielfältige, aktive und solidarische Szene bereichert die Stadt und gestaltet ein tolerantes und offenes München mit, von dem alle, nicht „nur" queere Menschen, profitieren – von der Wirtschaft bis zum Tourismus.
Queere Menschen sind ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft, von dem entscheidende Impulse im kulturellen, sozialen und gesellschaftspolitischen Bereich ausgehen. Das kollektive Coming-out einer stolzen LGBTIQ*-Community in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat dieser Stadt einen Stempel aufgedrückt, der es München ermöglichte, sich in eine Reihe mit anderen liberalen und weltoffenen Metropolen Europas zu stellen. Das soll nicht nur so bleiben, sondern weiter ausgebaut werden.
Als Wähler*innen-Initiative der LGBTIQ*-Community Münchens setzen wir uns selbstverständlich für das Wohlergehen aller Bürger*innen unserer Stadt ein, unabhängig von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, von Hautfarbe, Herkunft, Behinderung oder Religion. Wir sind beteiligt an der Gestaltung einer modernen Stadtpolitik, die Chancengleichheit und Gleichstellung für alle Münchner*innen fordert und Vielfalt fördert. Wir setzen uns ein für eine Stadtkultur, die sich stark macht für Respekt und Toleranz gegenüber queeren Menschen wie auch Personen anderer Minderheiten.
Daher ist die LGBTIQ*-Community Münchens auch 2026 wieder aufgerufen, ihre politische Kraft zu bündeln und mit einer starken Vertretung im Stadtrat Flagge zu zeigen. Zur Kommunalwahl 2026 am 08. März stehen zahlreiche Vertreter*innen unserer Community mit großer politischer Kompetenz und Erfahrung für Stadtrat und Bezirksausschuss zur Wahl. Wir wollen neben Bernd Müller mindestens eine*n zweite*n Stadträt*in im Rathaus, mindestens drei Sitze im Bezirksausschuss der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Wir wollen damit das Erreichte sichern und ausbauen. Damit es allen queeren Menschen und allen diskriminierten Bevölkerungsgruppen besser geht – damit es München besser geht.
Weil wir eine kleine und auf eine einzige Stadt beschränkte politische Gruppe sind, arbeiten alle Politiker*innen der Rosa Liste ehrenamtlich, oft neben dem Beruf, um der queeren Basis und der politischen Ziele willen. Wir verstehen uns als ehrenamtliches Sprachrohr der Community.
#02 Unser Ziel 2026: Stark in der Münchner Kommunalpolitik
München befindet sich durch die Erfolge der Rosa Liste im Aufschwung. Als Wähler*innen-Initiative der LGBTIQ*-Community sind wir akzeptiertes und unterstütztes Sprachrohr der Szene. Wir haben ein klares Profil und mit dem Stadtratskandidaten Bernd Müller einen erfahrenen und anerkannten Vertreter unserer Community und Rosa Liste-Politik.
Unsere Themen gehen nicht im Parteien- und Fraktionsalltag unter. Durch den starken Rückhalt in der Szene werden wir von den Medien, der Öffentlichkeit, der städtischen Verwaltung und Politik ernst genommen. Dadurch haben wir uns einen sichtbaren Platz in der Stadtgesellschaft erkämpft.
Wir sind seit 1996 konsequent und glaubwürdig an der Gestaltung einer Stadtpolitik beteiligt, die München gerade auch für LGBTIQ* zu einer bunten und liebenswerten europäischen Metropole werden ließ.
Die Rosa Liste wird sich auch weiterhin für eine soziale Stadtpolitik in München einsetzen, die sich urbanen Zukunftsthemen wie Arbeitsplatzsicherung, Chancengleichheit und Integration stellt und die dabei immer auch die Lebenslagen von allen Queers im Blick behält.
Unser Ziel ist es, die Politik und die erreichten Erfolge der Rosa Liste im Stadtrat weiterhin zu sichern und auszubauen. Deshalb wollen wir zusätzlich zu Bernd Müller die Politik der Rosa Liste durch weitere Sitze im Rathaus kraftvoll verstärken.
#03 Kurz und knackig: Zwölf zentrale Ziele der Rosa Liste
- Sicherung der bestehenden LGBTIQ*-Infrastruktur aus Vereinen, Gruppen und städtisch geförderten Institutionen.
- Unterstützung auch der kommerziellen Szene als Teil der queeren Begegnungskultur und des sozialen Lebens.
- Einrichtung eines Ortes für trans*, inter* und nichtbinäre Menschen (TIN-Zentrum), analog zu den Zentren Sub, LeZ oder diversity.
- Sicherung des Christopher Street Days als größtem politischen Fest der queeren Community und sichtbarsten Ausdrucks queeren Lebens in München.
- Strategien gegen queerphobe Angriffe auf Personen und Institutionen der Community wie der Aufbau eines Sicherheitsnetzwerks, der Förderung von Aufklärungs- oder Präventionsangeboten oder der Einrichtung von Safe Spaces im öffentlichen Raum.
- Stärkere Fokussierung auf mehrfachdiskriminierte Menschen und intersektionale Vernetzung.
- Verstärkte Kooperation queerer Institutionen mit anderen zivilgesellschaftlichen Strukturen.
- Durchführung einer neuen Studie zu queerem Leben in München, analog zur Studie „Unterm Regenbogen" von 2003.
- Differenzierte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung von queeren Menschen, angepasst an die individuellen Bedarfe einzelner Zielgruppen.
- Erhalt von queeren Räumen, auch queerer Orte der Erinnerung.
- Förderung queerer Kultur und queeren Sports sowie verstärkte Integration in entsprechende Veranstaltungen der Stadtgesellschaft.
- Unterstützung von Projekten queerer Geflüchteter zur sicheren Unterbringung und Integration in die Stadtgesellschaft.
#04 Unser Spitzenkandidat: Bernd Müller in den Stadtrat wählen
Ich bin Bernd Müller (Jahrgang 1967) und lebe seit 1988 in München, wo ich Politische Wissenschaften, Neuere Geschichte und Neuere Deutsche Literatur studiert und als M.A. abgeschlossen habe. Ich bin hauptberuflich bei der Münchner Aids-Hilfe tätig, nebenher arbeite ich als Tanzlehrer u.a. bei Team München, bin Chefredakteur des queeren Magazins LEO und engagiere mich beim CSD. Zu meinen privaten Leidenschaften gehören Tanzen, Tennis und Sport, jede Art von Kultur, kleine Reisen, gutes Essen und feine Drinks.
#Die Community als Heimat
Ich bin Gründungs- und ehemaliges Vorstandsmitglied der Rosa Liste, leite seit 36 Jahren einen queeren Tanzclub, habe Anfang der 1990er Jahre das AStA-Schwulenreferat an der LMU wiederbelebt, bin seit 30 Jahren beim CSD aktiv, habe für diverse queere Stadtmagazine (Südwind, Our Munich, Sergej.München, LEO) gearbeitet und kann guten Gewissens behaupten, wenig verpasst zu haben, was die Szene in dieser Zeit geprägt und bewegt hat. Die Community ist also seit fast 40 Jahren meine Heimat. Diese Heimat zu erhalten und sie für alle ihre Bewohner*innen zu einem lebenswerten, akzeptierenden und beschützenden Ort zu machen, ist mir daher schon persönlich ein großes Anliegen.
#Ein Trumpf für LGBTIQ*
Für mich ist es daher auch wichtig, dass die Arbeit der Rosa Liste im Stadtrat fortgesetzt wird. Als queere Wähler*innen-Initiative hat sie eine einzigartige Stellung im politischen Leben der Stadt, deren Community in den letzten knapp 30 Jahren nachhaltig geprägt und München zu einer der lebenswertesten Städte für Queers gemacht. Dabei wurde viel erreicht. Dieses Erreichte muss bewahrt, ausgebaut und vor Angriffen geschützt werden. Dazu bin ich bereit. Auch wenn andere Parteien queere Mandatsträger*innen haben sowie zahlreiche Allies, die der Community positiv gegenüberstehen: Eine politische Konstruktion wie Rosa Liste hat nicht nur (bundesweit und europäisch) Seltenheitswert, sondern auch mehr Schlagkraft als ein*e weitere*r queerfreundliche*r Stadtrat/Stadträtin einer anderen Partei – ein politischer Bonus, den wir nicht verspielen dürfen!
#Mehr Rosa tut ALLEN gut
Mein Wahlspruch lautet „Mehr Rosa tut ALLEN gut", denn ich möchte nicht ausschließlich LGBTIQ* für Rosa Liste gewinnen, sondern auch nicht-queere Menschen davon überzeugen, dass Stimmen für Rosa Liste eine gute Investition in eine offene, sozial starke, tolerante und freundliche Stadtgesellschaft bedeuten. München muss als lebenswerter Raum erhalten bleiben und zu einem Ort werden, in dem Miteinander, Toleranz und Diversität eine wesentliche Rolle spielen und das soziale Gefüge nicht auseinanderbricht. Eine Gesellschaft, die nach rechts abdriftet, ist nicht nur Gift für unsere Community, sondern für die ganze Stadt. Dieser Bedrohung gilt es, mit allen demokratischen Kräften entgegenzutreten!
#05 Rosa Erfolge müssen bleiben: Mit Engagement und Verstand weiter für unsere Sache im Rathaus und Bezirksausschuss (BA 2)
18 Jahre regierte Rosa Liste unter Oberbürgermeister Christian Ude bis 2014 im Rathaus mit. Nach sechs Jahren in der Opposition, in der wir als quirlige Opposition auch einiges erreichen konnten, ist die Rosa Liste seit 2020 wieder Teil der Rathauskoalition. Rot-Grün-Rosa hat in dieser Zeit München zu einer bunten und liebenswerten europäischen Metropole gemacht. Auch als muntere Opposition konnten wir seit 2014 einiges erreichen. Lesbische, schwule, trans*, inter* oder nicht-binäre Menschen sind akzeptierter und sichtbarer wie nie zuvor. Wir werden von Medien, Öffentlichkeit, Stadtverwaltung und -politik nicht mehr übersehen. Wir machen Politik auf Augenhöhe.
Unser Ziel ist es, ab 2026 als Teil einer fortschrittlichen Koalition wieder im Rathaus mitzuregieren.
Im BA 2 sind wir seit 1990 vertreten und unser Kandidat wurde für das Amt des Vorsitzenden („Bezirksbürgermeister") seit 2002 viermal hintereinander gewählt. Aktuell hat unser Mitglied Andreas Klose das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden inne. Wir arbeiten für seine Wiederwahl im Frühjahr 2026, und dafür brauchen wir eine starke Fraktion im Bezirksausschuss.
#Meilensteine für ein LGBTIQ*-freundliches München
- Die Projektelandschaft wurde erhalten, erweitert und enorm ausgebaut: z.B. wurden Lesbentelefon/LeTRa/LeZ und Sub kontinuierlich personell und räumlich erweitert.
- Das „Sub e.V. – Schwul-Queeres Zentrum München" konnte in neue städtische Räume umziehen.
- Lange von Rosa Liste gefordert, wurde im Oktober 2018 im Stadtrat die Errichtung eines Lesbenzentrums in der Müllerstraße (zur Ergänzung von LeTRa) beschlossen, das 2021 eröffnet wurde.
- Das erste queere Jugendzentrum „diversity München" wurde eröffnet und inzwischen räumlich durch das diversity Café erweitert und personell besser ausgestattet.
- Rosa Altenarbeit wurde begonnen, z.B. eine Beratungsstelle eingerichtet. Mit dem Queer Quartier Herzog*in wurde ein lang geplantes Wohnprojekt für queere Senior*innen von Münchner Aids-Hilfe und Münchenstift eröffnet.
- Seit 1997 besteht ein städtischer Runder Tisch zur LGBTIQ*-Gleichstellung.
- Seit 1997 besteht ein regelmäßiges queeres Vernetzungstreffen aller Gruppen/Vereine der Stadt.
- Die Koordinierungsstelle LGBTIQ* wurde 2002 eingerichtet und ausgebaut.
- Mit der Münchner Regenbogen-Stiftung entstand die erste kommunale Stiftung für Lesben, Schwule und trans* Menschen. Es wurde eine Aufstockung der Mittel durch die Stadt erreicht.
- Gegen den bayerischen Sonderweg, dass Lebenspartnerschaften beim Notar (bis 2009) zu schließen sind, wurde das Münchner Standesamt 2001 sofort für Lebenspartnerschaftsschließungen (mit Notar) geöffnet.
- Sichtbarkeit und Teilhabe von Lesben wurde zu einem Jahresschwerpunkt in der Verwaltung gemacht.
- Für städtische Mitarbeiter*innen und Vorgesetzte werden Antidiskriminierungstrainings und Fortbildungen zum Coming-out am Arbeitsplatz angeboten.
- Ein Antidiskriminierungszusatz bei städtischen Stellenausschreibungen wurde schon vor dem AGG Pflicht.
- Queere Aufklärungsarbeit und Weiterbildungsangebote in städtischen Schulen und Kindertagesstätten werden durchgeführt.
- Der Christopher Street Day mit Straßenfest, Politparade, Regenbogenbeflaggung und Rathaus-Clubbing ist zu einem Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt geworden. Seit einigen Jahren wurde das CSD-Wochenende zu zwei PrideWeeks erweitert, in deren Mitte das Lesbenfest auf dem Stephansplatz gefeiert wird.
- Gaststätten- und Veranstaltungsrichtlinien wurden liberalisiert: die Sperrstunde fiel; vor Lokalen, bei Straßenfesten und beim CSD darf draußen länger gefeiert werden.
- Mit den Partnerstädten Kiew und Be'er Sheva wurden Szenepartnerschaften begonnen und der KyivPride städtisch unterstützt.
- Während der PrideWeeks gibt es im Münchner Zoo Hellabrunn von Rosa Liste initiierte queere Zooführungen.
- Ein Aids-Memorial wurde auf dem Sendlinger-Tor-Platz errichtet.
- Im Juni 2017 wurde das lange von Rosa Liste geforderte Denkmal für die queeren Opfer des Nationalsozialismus an der Ecke Dultstraße/Oberanger eingeweiht.
- Nach der Umgestaltung des Platzes der Opfer des Nationalsozialismus erinnert eine Gedenkinschrift auch an den Verfolgungsgrund „sexuelle Identität".
- Zur Erinnerung an queere NS-Opfer wurden erste Stolpersteine im Oktober 2017 in der Pestalozzi- und Baumstraße verlegt und weitere Gedenktafeln an ihren ehemaligen Wohnhäusern angebracht.
- Veranstalter*innen werden zum Thema „Hassmusik" sensibilisiert; dazu fand ein Stadtratshearing statt.
- Queere Menschen werden Teil der Stadtgeschichte: ein Themengeschichtspfad „Lesben und Schwule in München" wurde schon in 3. Auflage herausgegeben; queere Stadtführungen werden monatlich mehrfach organisiert; das Stadtmuseum hat 2019 eine Sammlung zur LGBTIQ*-Geschichte begonnen.
- Der Zuschuss für das Forum Queeres Archiv München e.V. wurde erhöht.
- Plätze wurden benannt nach Rainer Werner Fassbinder und Karl-Heinrich Ulrichs.
- Für ihr lesben- und schwulenpolitisches Engagement wurden u.a. Lising Pagenstecher, Guido Vael, Albert Knoll, Stephanie Gerlach, Sabine Holm, Dietmar Holzapfel und Josef Stückl mit „München leuchtet – den Freundinnen und Freunden Münchens" geehrt. Als Ehrung für die Verdienste von Alexander Miklosy wurde ein Weg am Westermühlbach nach ihm benannt.
- Das Tourismusamt wirbt aktiv um schwul-lesbische Tourist*innen.
- Schwul-lesbisch-transgender-hetero Sportvereinen werden Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt.
- Die EuroGames 2004 mit über 5.000 Teilnehmer*innen aus 40 Ländern wurden unterstützt.
- Eine zeitliche Erweiterung des weltweit ältesten (seit 2005) queeren Weihnachtsmarktes Pink Christmas auf dem Stephansplatz wurde im Bezirksausschuss erreicht.
- Das internationale LGBTIQ* Chorfestival „Various Voices", das sich 1997 und 2018 mit 100 Chören aus 19 Ländern in München traf, wurde gefördert.
#06 Erfolge der Rosa Liste 2020 bis 2025
Erfolge brauchen Initiative und Nachdruck – aber auch Mehrheiten. So konnten wir als Fraktion Grüne/Rosa Liste und in der Regierungskoalition mit der SPD Meilensteine für ein LGBTIQ*-freundliches München setzen:
- Angebote und Einrichtungen für die queere Community wurden gestärkt und verstetigt, für die Zukunft gesichert und ausgebaut.
- Die Geflüchtetenberatung bei der Lesbenberatungsstelle LeTRa wurde personell gestärkt und geschützte Unterkünfte für queere Geflüchtete wurden geschaffen.
- Für das „Sub e.V. – Schwul-Queeres Zentrum München" wurde eine Stelle als Zentrums- und Veranstaltungsmanager*in ermöglicht.
- Das Forum Queeres Archiv München e.V. konnte das Archiv räumlich erweitern.
- Mit dem Queer Quartier Herzog*in wurde ein lang geplantes Wohnprojekt für queere Senior*innen von Münchner Aids-Hilfe und Münchenstift eröffnet.
- Die Erstausstattung einer Gewaltschutzwohnung für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen wurde ermöglicht.
- Beim Referat für Bildung und Sport wurde bei der Leitung eine Querschnittsstelle für die Gleichstellung von LGBTIQ* eingerichtet.
- Der jährliche Christopher Street Day wurde durch Zuschussanpassung gesichert.
- Ein Fonds Queere Gleichstellung wurde eingerichtet, damit zusätzliche Projekte zur Gleichstellung und Antidiskriminierung mit jährlich bis zu 400.000 Euro finanziert werden können.
- Es wurden verbindliche Vorgaben zur LGBTIQ*-Kompetenz, zu Fachwissen sowie fachlichen Standards zu LGBTIQ* bei der Landeshauptstadt München beschlossen.
- Das erste „GoDrag-Festival" in München konnte 2024 sehr erfolgreich durchgeführt werden.
- Weitere Festivals wie das FLINTA* Musikfestival, der Extra Pride 2024 oder das Queere Filmfestival 2025 konnten durch den Fonds Queere Gleichstellung ermöglicht werden.
- Es wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der zur Realisierung eines Zentrums für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen führen soll.
- Das Aufstellen von Parkbänken in Regenbogenfarben wurde im Stadtgebiet ermöglicht.
- Eine durch die KGL entwickelte LGBTIQ*-Strategie für Stadtverwaltung, Politik, Stadtgesellschaft und Community wurde beschlossen.
- Durch die KGL wird ein Konzept zur Regenbogensymbolik im öffentlichen Raum entwickelt.
- Die Förderung von Sicherheitsmaßnahmen für von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffenen Einrichtungen wurde verstärkt.
- Die Bewerbung der Community für die Gay Games 2026 wurde durch die Stadt unterstützt.
#07 Die Rosa Liste im Münchner Stadtrat und Bezirksausschuss 2026–2032
#Garantiert Rosa Stadt-Politik
Die Rosa Liste ist Garant für eine Stadtpolitik, die Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* sowie queere Personen wahrnimmt wie andere Bürger*innen auch. Trotz der zahlreichen Erfolge der Rosa Liste in den fünf vergangenen Stadtratsperioden von 1996 bis 2026 ist LGBTIQ*-Kommunalpolitik auch in Zukunft in München nötig. Einmal geht es darum, weiterhin Diskriminierungen zu bekämpfen und wirkliche Gleichstellung in allen Gesellschaftsbereichen herzustellen. Gleichzeitig ist Ziel der Rosa Liste, in der Stadtpolitik verlässlich und glaubwürdig auch die Bürger*innen-Interessen der Szene zu vertreten und die vielen Erfolge, die hier erreicht werden konnten, zu bewahren.
Eine moderne politische queere Interessenvertretung betrachtet Menschen der LGBTIQ*-Community nicht mehr nur als Opfer homo- und transfeindlicher Diskriminierung. Vielmehr konzentriert sie sich auf die kulturellen, sozialen, gesundheitlichen und sonstigen Bedürfnisse, die sich aus den queeren Lebensformen ergeben. Dazu sind dann zahlreiche Veränderungen im Alltag von Verwaltung und Dienstleistung, von Kulturbetrieb und Gesundheitswesen notwendig, wenn diese Bereiche sich wirklich auf diese queeren Bedürfnisse einstellen.
Um diesen Wandel in allen Gesellschaftsbereichen zu ermöglichen und dauerhaft sicherzustellen, ist die Rosa Liste im Münchner Stadtrat und Bezirksausschuss als Anwältin, Initiatorin und Motor queerer Gleichstellungspolitik auch in Zukunft dringend nötig.
#Rosa – Grün: Erfolgsmodell mit Zukunft
Die Rosa Liste will in der nächsten Stadtratsperiode von 2026 bis 2032 die Neuauflage der so viele Jahre erfolgreichen Regierungskoalition, auch unter Einschluss fortschrittlicher Kleinparteien.
Die Rosa Liste möchte in der nächsten Stadtratsperiode die Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen, die Rosa Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl bereits 1996 geschlossen hat, fortsetzen – am liebsten in der Regierungskoalition mit der SPD, die bereits 1996 bis 2014 und wieder seit 2020 bestand. Mit diesem Bündnis konnte Rosa Liste die queerpolitischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte durchsetzen.
Wir haben München, nicht nur für Menschen der LGBTIQ*-Community, attraktiver gemacht. Mit der Attraktivität steigen aber auch die Herausforderungen. So teilen wir mit allen Münchner*innen die Sorge um bezahlbare Wohnungen, ausreichende Kinderbetreuung, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wie des Radverkehrs, die Nutzung von öffentlichen Plätzen und Grünflächen und vieles mehr. Deshalb wollen wir uns auch in Zukunft für ein lebens- und liebenswertes, weltoffenes und gerechtes, kulturelles und soziales Miteinander in München einsetzen.
#08 Stadtpolitik für München aus queerer Perspektive
#8.1 Eine Stadt der Gleichstellung von queeren Menschen
Ziel der Rosa Liste ist es, dass queere Menschen den Heterosexuellen in allen Lebensbereichen gleichgestellt werden. Dies bedeutet den Abbau jeder offenen und versteckten Diskriminierung von Menschen der LGBTIQ*-Community.
Der Politik der Landeshauptstadt München kommt hierbei eine große Bedeutung zu. Die Landeshauptstadt ist einer der größten Arbeitgeber in dieser Stadt und kann so einen wirksamen Beitrag zur Anti-Diskriminierung von LGBTIQ* am Arbeitsplatz leisten. Die Stadt hat aber auch Einfluss auf viele andere Bereiche, wie etwa die Kindererziehung, den Kultur- und Freizeitbereich und das Gesundheitswesen. Hier kann sie Maßnahmen gegen lesben-, schwulen- und transfeindliche Diskriminierungen durchführen, anregen oder einfordern.
Als weiterer Aspekt darf nicht übersehen werden, dass die Stadt Vorbildfunktion hat für andere Lebensbereiche, etwa für die private Wirtschaft, für staatliche Einrichtungen u.a.
Eine besondere Bedeutung kommt der städtischen Koordinierungsstelle LGBTIQ* zu, die auf Anregung der Rosa Liste 2002 eingerichtet wurde und die im März 2025 mit dem Papier „Erreichtes bewahren. Bedrohungen entgegentreten. Zukunft gestalten" eine umfangreiche Strategie für queerfreundliche Politik der nächsten Jahre vorgelegt hat. Die Rosa Liste fordert alle städtischen Dienststellen auf, mit dieser Institution konstruktiv zusammenzuarbeiten und deren Maßnahmen zu unterstützen. Dazu gehört eine ausreichend personelle und sachliche Ausstattung, damit sie ihren zahlreichen, wichtigen Aufgaben gerecht werden kann.
Lesbische Frauen* haben stärker als schwule Männer* darunter zu leiden, dass ihre gesellschaftliche Existenz ignoriert wird. Effektive Gleichstellungspolitik bedeutet daher auch, lesbischen Frauen* Spielräume für mehr Sichtbarkeit zu öffnen. Ziel sollte sein, dass jede Lesbe, jeder Schwule sowie alle trans*, inter* oder nicht-binäre Menschen jederzeit und an jedem Ort angst- und diskriminierungsfrei zu ihrer Lebensweise stehen können, in ihrer Lebensweise wahrgenommen und mit ihr akzeptiert werden. Dieses Ziel sollte eine der Leitlinien aller Maßnahmen städtischer Politik sein.
Die Rosa Liste setzt sich glaubwürdig, kompetent und konsequent für die Gleichstellung von queeren Menschen ein.
#8.2 Eine Stadt mit queeren Institutionen
Die Rosa Liste setzt sich ein für die weitere Förderung von queeren Einrichtungen. Eine effektive Gleichstellungspolitik braucht queere Einrichtungen im sozialen und gesundheitlichen Bereich, im Bildungs- und Forschungsbereich, von denen Impulse, Perspektiven und Aktionen zur Gleichstellung ausgehen.
Daher ist es für die Rosa Liste unumgänglich, dass die bestehenden LGBTIQ*-Einrichtungen weiterhin von der Landeshauptstadt unterstützt und gegen Angriffe geschützt werden. Erreichte Standards dürfen nicht zurückgefahren werden.
Solche Einrichtungen sind u.a.:
- Koordinierungsstelle LGBTIQ* des Direktoriums der Landeshauptstadt München
- Lesbenberatungsstelle LeTRa mit den angeschlossenen Gruppen und das Lesbenzentrum LeZ in der Müllerstraße
- Weitere Frauen*gruppen, z.B. LesMamas e.V., JuLes oder der LesbenSalon für ältere Lesben
- „Sub e.V. – Schwul-Queeres Zentrum München" mit seiner Beratungsstelle, seiner Fachstelle Sexuelle Gesundheit, seinem Projekt Rainbow Refugees Munich
- Regenbogenfamilienzentrum
- Munich Kyiv Queer, Be'er Sheva Munich Queer
- Forum Queeres Archiv München e.V.
- Queere Jugendorganisation „diversity München e.V."
- Altenprojekt Gay & Gray München und das Queer Quartier Herzog*in
- Beratungs- und Vernetzungsstelle rosaAlter
- Trans*Inter*-Selbsthilfeorganisationen wie z.B. VivaTS e.V., QTies München, TransMann e.V., Trans-Ident e.V. oder TINQnet e.V.
- Münchner Aids-Hilfe e.V. als Gesundheitseinrichtung mit einem LGBTIQ*-Versorgungsschwerpunkt
- Trans*Inter*Beratungsstelle der Münchner Aids-Hilfe e.V.
- Radio Uferlos
Die Rosa Liste setzt sich dafür ein, dass weitere Einrichtungen und Projekte städtisch gefördert werden, z.B.:
- Anlaufstellen zur Unterstützung und Vernetzung von queeren Paaren, auch mit Kinderwunsch
- Förderung von Räumen für trans* und inter* Menschen, z.B. einem Trans*Inter*Zentrum
- Schulprojekte wie das „Aufklärungsprojekt München e.V." bzw. „diversity@school"
- Förderung queerer Jugendangebote wie z.B. eine LGBTIQ*-Jugendwohngemeinschaft
- Entwicklung von Wohnprojekten für LGBTIQ*-Senior*innen
- Förderung von Maßnahmen für LGBTIQ*-Personen mit Migrationshintergrund
- Förderung von Maßnahmen für LGBTIQ*-Personen mit Beeinträchtigungen
- Forschungs- und sonstige Fachprojekte zu den Lebensbedingungen von Menschen der LGBTIQ*-Community
- Neue Wohn- und Wirtschaftsformen von LGBTIQ*
Da Rosa Liste sowie die Community-Institutionen aus der Selbsthilfe, Hilfe zur Selbsthilfe und Interessensvertretung entstanden und entstehen, setzt sie sich selbstverständlich generell für die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement, Bürgerbeteiligung und ehrenamtlicher Arbeit ein.
#8.3 Eine Stadt für alle Frauen*
Ohne die Erfolge der Frauenbewegung, zu der Lesben maßgeblich beigetragen haben, könnte heute keine Frau* studieren, wählen, selbstbestimmt leben. Der Verlust patriarchaler Werte und konservativer Rollenbilder hat auch zu mehr Freiheit für LGBTIQ*-Personen geführt.
Und dennoch: Die Hälfte der Menschheit ist weiblich. Und trotzdem müssen Frauen* noch immer gegen Diskriminierung kämpfen. Frauen* und damit auch Lesben werden für gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt, sind in Führungspositionen weniger anzutreffen, sie sind vermehrt von Armut und Altersarmut betroffen und leisten noch immer die meiste unbezahlte Arbeit für die Gesellschaft.
Der Anteil der Frauen* in der Politik ist noch immer nicht paritätisch, und hier sieht sich auch die Rosa Liste besonders in der Pflicht! Die Rosa Liste setzt sich in der kommenden Legislaturperiode dafür ein, besonders lesbische Frauen* anzusprechen. Sämtliche politischen Ämter sollten nach Möglichkeit paritätisch besetzt werden.
In München sind, wie überall, Frauen* mehr als Männer* tätlichen Übergriffen und alltäglicher Gewalt ausgesetzt. Daher ist die gezielte Bekämpfung jeder Form von Gewalt besonders wichtig.
Rosa Liste unterstützt die Umsetzung der Grundsatzbeschlüsse des Münchner Stadtrats zur Gleichstellung von Frauen* und Männern* und zu Gender-Budgeting sowie der Einführung geschlechtergerechter Haushaltspläne in allen Bereichen der Stadtverwaltung.
#8.4 Eine Stadt für Familien
Rosa Liste setzt sich für eine moderne und lebensnahe Familienpolitik ein.
Für viele Heterosexuelle bedeutet die lesbische oder schwule Lebensform immer noch ein Leben ohne Kinder. Dies verleugnet, dass bereits in immer mehr gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Kinder leben und zahlreiche Queers Kinder oder einen Kinderwunsch haben. Auch heute noch gibt es Menschen, die Lesben, Schwulen und trans* Personen das Recht auf ein Leben mit Kindern absprechen wollen. Von staatlicher Seite aus sind Regenbogenfamilien heterosexuellen Familien gegenüber nach wie vor rechtlich benachteiligt und somit diskriminiert.
Hier muss eine städtische Gleichstellungspolitik greifen und allen Erwachsenen, die mit Kindern leben und die diese erziehen, gleichwertige Unterstützung, Hilfen und auch Wertschätzung anbieten.
Die bestehenden Angebote zur Beratung, Vernetzung und Unterstützung für (zukünftige) Regenbogenfamilien sollen weiterhin städtisch gefördert und bei Bedarf ausgebaut werden.
Die Rosa Liste unterstützt auf Bundesebene die Forderung, dass auch bei lesbischen Paaren beide die Elternschaft automatisch bekommen, wie es bei heterosexuellen Ehepaaren der Fall ist.
#8.5 Eine Stadt für Kinder und Jugendliche
Die Rosa Liste setzt sich ein für den Schutz und die Förderung aller Kinder und Jugendlichen. Kinder und Jugendliche sollen gleichwertig gefördert werden, unabhängig von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, Hautfarbe, Herkunft, persönlichen Einschränkungen oder Religion.
Die Rosa Liste unterstützt eine städtische Kinder- und Jugendpolitik, die sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Förderung und den Schutz von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Dazu muss die Stadt Jugendlichen auch selbstbestimmte Freiräume, Treffpunkte, altersgerechte Freizeitgestaltung und mehr Mitbestimmung, auch durch ein kommunales Wahlrecht ab 14 Jahren, ermöglichen.
Rosa Liste setzt sich dafür ein, Jugendlichen, die in ihren Familien Repressalien erleiden, geschützte Unterkünfte anzubieten, sei es in Gastfamilien oder in LGBTIQ*-Jugendwohngemeinschaften. Rosa Liste fordert auch Hilfs- und Unterstützungsangebote für Eltern und Familien, damit diese ihr queeres Kind unterstützen können.
Die Rosa Liste setzt sich ein für Aufklärungsprojekte in Kindergärten und Schulen, die zu einer Erziehung zu Toleranz und Akzeptanz beitragen. Rosa Liste fordert, dass es in den Schulen offizielle LGBTIQ*-Ansprechpartner*innen bei den Lehrer*innen gibt und dass das Personal von Jugendzentren zur Lebenswelt queerer Jugendlicher geschult wird.
LGBTIQ*-Themen, besonders auch die Lebenswelt von Regenbogenfamilien, müssen verpflichtend in die Lehrpläne und Schulbücher.
Das LGBTIQ*-Jugendzentrum „diversity München" muss angemessen räumlich ausgestattet, personell unterstützt und dauerhaft gefördert werden wie andere Jugendzentren auch.
#8.6 Queere Senior*innen
Das Thema Queers im Alter hat in der sozialpolitischen Diskussion bisher kaum eine Rolle gespielt. Ältere Menschen der LGBTIQ*-Community haben aber besondere Bedürfnisse, auf die eingegangen werden muss.
Rosa Liste fordert daher schwulen-, lesben-, trans*- und inter*-gerechte Verbesserungen und Strukturen für die Phase des hohen Alters und der eventuellen Pflegebedürftigkeit, z.B.:
- Förderung von Beratungs- und Vernetzungsangeboten für ältere Lesben, Schwule, Trans* und Inter*, wie z.B. die rosaAlter-Beratungsstelle.
- Modellprojekte zur kultursensiblen Öffnung von Alten- und Pflegeeinrichtungen, wie bei der städtischen Münchenstift GmbH.
- Fortbildungsangebote für die Altenhilfe, in Alten- und Pflegeeinrichtungen.
- Community-Anbindung durch Freizeitangebote oder Nachbarschaftshilfe.
- Unterstützung von Initiativen für innovative Wohnprojekte wie z.B. das LGBTIQ*-Senior*innen-Wohnen Queer Quartier Herzog*in. Außerdem: generationsübergreifende LGBTIQ*-Wohnprojekte.
- Bildungs- und Fortbildungsangebote für ältere Menschen der LGBTIQ*-Community.
#8.7 Eine Stadt der bunten Lebensformen
Rosa Liste setzt sich ein für alle Menschen, die auf der Suche nach selbstbestimmten und selbstgewählten Lebensformen und freieren Formen von Sexualität sind.
Die Emanzipation von LGBTIQ*-Personen der vergangenen Jahrzehnte hat viele gängige Ideen über das soziale Zusammenleben als Klischees, Vorurteile und Unterdrückungsinstrumente entlarvt. Neben der Ehe entstand eine Vielfalt bunter Lebens- und Beziehungsformen: nicht-eingetragene Lebens- und Lebensabschnittspartnerschaften, Wohngemeinschaften, offene Beziehungen, Freundeskreise oder Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung.
Die Rosa Liste tritt daher bei all ihren Aktivitäten weiterhin gegen die traditionellen Klischees von Mann* und Frau*, von Ehe und Familie, von Hetero- und Homosexualität ein. Wir verstehen uns als Vertretung aller Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*, inter* oder nicht-binärer Menschen und aller Heterosexuellen, die sich nicht in vorgefertigte Schemata des Geschlechts und der sexuellen Orientierung pressen lassen wollen.
Die Rosa Liste tritt für den staatlichen Schutz und die öffentliche Förderung von Solidargemeinschaften mit und ohne Kinder ein, unabhängig davon, ob die beteiligten Menschen hetero-, homosexuell oder queer sind.
#8.8 Eine Stadt der Vielfalt und Toleranz
Für Rosa Liste ist München eine europäische Metropole, in der schon immer Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit verschiedenen Lebensperspektiven, mit vielfältigen kulturellen und sozialen Hintergründen zusammenleben.
#Gegen Rechtsradikalismus
Auch München bleibt nicht verschont von rechtsradikalen Aktivitäten und religiösem Fundamentalismus. Angriffe und Hassverbrechen von Rechtsradikalen auf Mitbürger*innen nichtdeutscher Herkunft, auf Menschen mit anderer Hautfarbe, auf queere Personen, auf Obdachlose und Menschen mit Beeinträchtigung sind in München bittere Realität und haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.
Zur Kommunalwahl 2026 wollen wieder rechtsextreme und rechtspopulistische Gruppierungen antreten. Rosa Liste wird alles tun, damit diese Gruppierungen und deren politischen Ziele im Stadtrat nicht vertreten sind.
Rosa Liste unterstützt den Ausbau des Kommunalen Netzwerks gegen Rechts, der Fachstelle gegen Rechtsextremismus, der Beratungsstelle BEFORE für Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt und Diskriminierung, sowie Aktionen des Vereins „München ist bunt!".
Zur Aufklärung gehört auch eine sichtbare Erinnerungskultur an die Münchner NS-Geschichte, einschließlich:
- ThemenGeschichtsPfad Lesben und Schwule in München
- Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen an der Ecke Dultstrasse/Oberanger
- Gedenktafel am Platz der Opfer des Nationalsozialismus
- Dauerausstellung im NS-Dokumentationszentrum
- Erinnerungszeichen an ermordete Schwule und Lesben in Form von Gedenktafeln und Stolpersteinen
#Gegen religiösen Fundamentalismus
Auch in München sind Aktivitäten religiöser Fundamentalist*innen denkbar. Rechtsradikales und religiös fundamentalistisches Gedankengut beinhaltet meist rassistische und antisemitische, frauen*- sowie queerfeindliche Züge. Die Rosa Liste fordert einen verstärkten Einsatz der Stadt gegen rechtsradikale und fundamentalistisch religiöse Aktivitäten.
Wir sehen die Stadtpolitik Münchens gegenüber der jüdischen Bevölkerung in der geschichtlichen Verantwortung. Auch der Islam ist Teil der Münchner Stadtgesellschaft und soll seinen sichtbaren Platz im Stadtzentrum haben.
#Gegen Rassismus
Die Rosa Liste steht für ein bedingungsloses Eintreten gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus.
#8.9 Eine Stadt für Migrant*innen und Geflüchtete
Rosa Liste fordert die verstärkte Integration aller Gruppen der Bevölkerung bei gleichzeitiger Anerkennung ihrer kulturellen Identität. Integration bedeutet dabei keine einseitige Leistung der Zuwanderer*innen, sondern auch der Einheimischen.
Rosa Liste steht für eine Gleichstellungspolitik, die allen Menschen das Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe an der Stadtgesellschaft zugesteht. Unsere soziale Verantwortung sehen wir auch gegenüber allen Geflüchteten.
Die bestehenden LGBTIQ*-Institutionen sind dazu aufgefordert, ihre Angebote auch auf die Bedürfnisse von queeren Migrant*innen abzustimmen. Deshalb hat München dezentrale, geschützte Unterkünfte für LGBTIQ*-Geflüchtete eingerichtet, deren Ausweitung wir unterstützen.
Rosa Liste spricht sich klar gegen eine Abschiebung queerer Geflüchteter in unsichere Herkunftsländer aus, wo sie mit Gewalt oder Tod bedroht sind.
#Strategie gegen LGBTIQ*-Feindlichkeit
Freiheit und Unversehrtheit queerer Menschen sind immer stärker bedroht, vor allem seitens rechter und rechtsextremer Strömungen. Die Landeshauptstadt München hat mit dem Strategiepapier „Erreichtes bewahren. Bedrohungen entgegentreten. Zukunft gestalten" der Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ* ein umfangreiches Papier vorgelegt, das Prävention und Bekämpfung von Queerfeindlichkeit anhand zahlreicher Maßnahmen in den Mittelpunkt stellt. Rosa Liste unterstützt diesen Katalog.
#8.10 Gesund und glücklich in der Stadt: Gesundheits- und Sozialpolitik für die LGBTIQ*-Community
Queers sind aufgrund ihres Lebensstils und ihrer Sexualität Gesundheitsrisiken ausgesetzt, die sich teilweise von denen der heterosexuellen Mehrheit unterscheiden. Alle Menschen, aber vor allem schwule Männer*, sind immer noch von HIV bedroht. Das Thema HIV darf trotz aller therapeutischen Fortschritte nicht vernachlässigt werden. Deshalb muss die zielgruppenspezifische HIV-Prävention, besonders bei Jugendlichen, verstärkt werden. Zur Prävention gehört neben Safer Sex auch die Möglichkeit von PrEP auf Rezept als Kassenleistung.
Für Menschen mit HIV muss ein umfassendes Hilfesystem von Beratung, Begleitung, Pflege und Beschäftigungsmaßnahmen erhalten und bedarfsgerecht ausgebaut werden.
Außerdem sollen sich Menschen mit Einschränkungen am öffentlichen, sozialen und kulturellen Leben der Stadt beteiligen können. Deshalb unterstützt Rosa Liste den vernünftigen Ausbau entsprechender barrierefreier Zugänge.
Auch in der Suchtpolitik setzt Rosa Liste vor allem auf Aufklärung, Prävention und Hilfe. Die Kriminalisierung von Drogengebraucher*innen und deren Vertreibung durch Videoüberwachung lehnt Rosa Liste ab. Wir fordern die Einrichtung von Drogenkonsumräumen.
Rosa Liste fordert, Lesben gezielt über die Risiken von Osteoporose und Brustkrebs sowie auch trans* Frauen und trans* Männer über die vorhandenen Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären.
Im Zuge des wachsenden Gewichts der Gender-Medizin fordert Rosa Liste, in München Initiativen zu ergreifen, die Ärzt*innen sensibler für die speziellen Bedürfnisse und Anliegen ihrer LGBTIQ*-Klient*innen machen.
Queere Personen sind auch psychosozial in spezifischer Weise gefährdet. Die Rosa Liste fordert eine deutliche Umorientierung: Mitarbeiter*innen in städtischen Krankenhäusern, Altenheimen, Jugendeinrichtungen, Beratungsstellen müssen über queere Lebensformen aufgeklärt und fortgebildet werden.
Rosa Liste fordert, dass lesbischen Frauen* und schwulen Männern* dieselben Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, wie heterosexuellen Menschen. Insbesondere müssen lesbische und schwule Paare bei der Vermittlung von Pflege- und Adoptivkindern heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden.
#8.11 Trans*, Inter*, nicht-binäre Menschen in der Stadt
Trans*, inter* und nicht-binäre Personen sind Teil unserer Stadtgesellschaft wie auch der Szene. Ihre besonderen Lebenslagen sind ebenfalls in den städtischen Angeboten zu berücksichtigen.
- Rosa Liste fordert, dass der Geschlechtseintrag „divers" in allen städtischen Behörden beachtet wird.
- Rosa Liste fordert, dass in den städtischen Kliniken auf geschlechtsangleichende Operationen bei intergeschlechtlichen Kindern verzichtet wird.
- Rosa Liste fordert, die Zahl öffentlicher Unisex-Toiletten zu erhöhen.
- Rosa Liste fordert perspektivisch ein TIN*-Zentrum für München, damit trans*, inter* und nicht-binäre Menschen sich in eigenen Räumen geschützt und selbstbestimmt treffen, vernetzen, Aktivitäten planen und umsetzen können.
Rosa Liste setzt sich ein für eine Gleichstellungspolitik, die die Rechte von trans*, inter* und nicht-binären Menschen im Fokus behält und stärkt.
#8.12 Queers bewegen die Stadt – in Kultur, Bildung, Freizeit und Sport
Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen der LGBTIQ*-Community fand lange Zeit nicht nur im Bereich staatlicher Maßnahmen statt, sondern vor allem in den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Hier hat sich viel verändert.
In Schule und Hochschule finden sich, gerade in Bayern, immer noch queerfeindliche Einstellungen und Vorurteile. Rosa Liste fordert, dass neben bisherigen Einzelprojekten die LGBTIQ*-Arbeit im städtischen Bildungsreferat strukturell und personell fest verankert werden muss.
Die Ausdrucksformen queerer Kultur und Kunst sowie Forschung und Wissenschaft zu LGBTIQ*-Themen sind bedeutsame Grundlagen queerer Identitätsbildung. Die städtische Kulturpolitik hat auf Initiative der Rosa Liste in den vergangenen Jahren LGBTIQ*-Projekte unterstützt, z.B. CSD-Kulturprogramm, Kulturaustausch mit Kiew, LesbenKulturTage, Queere Filmfeste und das internationale Chorfestival „Various Voices 2018".
Rosa Liste fordert eine räumlich und personell angemessene Ausstattung des Forum Queeres Archiv München e.V., perspektivisch zu einem queeren Museum.
Rosa Liste konnte sich mit Thomas Niederbühl als Kultur-Stadtrat in den letzten Jahrzehnten verstärkt in die Kulturpolitik einbringen: Förderung der Münchner Philharmoniker, Sanierung von Lenbachhaus und Stadtmuseum, Neubau des Jüdischen Museums, Errichtung des NS-Dokumentationszentrums, Erhalt des Deutschen Theaters, Neubau des Volkstheaters, Sicherung der Münchner Stadtbibliotheken, Erhalt von Künstler*innen-Ateliers, Schaffung des Kreativquartiers, Weiterentwicklung der Stadtteilkultur.
Rosa Liste will diese erfolgreiche Kulturpolitik fortsetzen und das Profil Münchens als Kulturstadt für alle schärfen. Dazu gehört z.B.:
- bessere Zugänglichkeit und Teilhabe am Kunst- und Kulturbetrieb auch für Migrant*innen
- Aktivierung von Kulturkonsumenten zu Kulturschaffenden, vor allem von Kindern und Jugendlichen
- Schaffung von mehr Räumen, Proberäumen und Ateliers für Kunstschaffende
- Förderung der Street-Art
- stärkere Förderung der Freien Szenen
LGBTIQ*-Sportvereine brauchen Trainings- und Wettkampfaustragungsstätten. Rosa Liste unterstützt auch Maßnahmen und Initiativen gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung im Sport.
#8.13 Schöner Wohnen und Leben in der Stadt für queere Menschen: Stadtplanung und Wohnen, Verkehr und Umwelt
Queere Menschen gehören aufgrund ihrer Geschichte zu den Bevölkerungsgruppen, die sich meist mehr als andere mit dem Leben in der Großstadt identifizieren.
Rosa Liste setzt sich dafür ein, dass queeres Leben auch ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit sichtbar wird, z.B. durch Regenbogenfahnen an öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln, durch queere Ampel-Figuren und Regenbogenstreifen-Übergänge.
Die Rosa Liste setzt sich entschieden dafür ein, dass das Glockenbachviertel ein sichtbares Zentrum queeren Lebens in dieser Stadt bleibt.
Dies bedeutet unter anderem:
- Stärkere Nutzung von öffentlichen Straßen und Plätzen für ein urbanes Leben durch Verkehrsberuhigung, Platzgestaltung, neue Fußgängerzonen
- Interessenausgleich zwischen Ruhebedürfnis der Anwohner*innen und Erlebnisraum für Tourist*innen, z.B. durch das „Allparteiliche Konfliktmanagement (AKIM)"
- Entlastung vom Durchgangsverkehr und Ausbau von Rad- und Fußgängerwegen, Carsharing und Leihrädern
- Verkehrssicherheit, vor allem für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen, Kinder und alte Menschen
- Erhalt und Ausbau des Parkraummanagements
- Weiterentwicklung des attraktiven öffentlichen Nahverkehrs; Rosa Liste unterstützt den Ausbau des S-Bahn-Südrings und die Begrenzung des klimaschädlichen Flugverkehrs
- Erhalt und Ausbau von öffentlichen Grünflächen und Naherholungsgebieten
- Fortsetzung der gelungenen Isar-Renaturierung auch im nördlichen Teil
- Erhalt der Vielfalt der Arten
- Neupflanzung von Bäumen
- Artgerechter Umgang mit Tieren im menschlichen Umfeld
- Einrichtung von Bauernmärkten mit regionalen und ökologischen Produkten; Steigerung des Bio- und vegetarischen Anteils in Kindergärten, Schulen, Kantinen, Krankenhäusern und auf dem Oktoberfest
- Förderung des lokalen Handwerks und Handels
- Ästhetisch anspruchsvolle Stadtgestaltung und Architektur
- Erhalt wie Einrichtung von kühlenden Frischluftschneisen bei der Stadtplanung
- Das ehrgeizige Ziel, Klimaneutralität für die Stadt München im Jahr 2035 zu erreichen
Rosa Liste will durch städtische Wohnbauprogramme, durch Nachverdichtung, durch Sozialbindung, durch Erhöhung der Genossenschaftswohnungen bezahlbares Wohnen in München erhalten und ausbauen. Alle rechtlichen Möglichkeiten wie Erhaltungssatzungen, Vorkaufsrecht oder Zweckentfremdungssatzung müssen konsequent genutzt werden.
#8.14 Coming Out am Arbeitsplatz: Arbeit und Wirtschaft in der Stadt
Das Arbeitsleben gehört nach wie vor zu den Lebensbereichen, in denen queere Menschen häufig diskriminiert, benachteiligt und gemobbt werden. Die Landeshauptstadt als große Arbeitgeberin hat zahlreiche beispielhafte Fortschritte gemacht. Auf Antrag der Rosa Liste hat die Stadt bereits vor dem AGG einen Antidiskriminierungszusatz bei Stellenausschreibungen beschlossen.
Rosa Liste fordert, für Personen mit Personalverantwortung bei der Stadt München Schulungen zur Lebenswelt queerer Menschen verpflichtend zu machen.
Bereits 2002 wurde auf Initiative der Rosa Liste eine Koordinierungsstelle für LGBTIQ* in der Stadtverwaltung eingerichtet. Sie muss ausgebaut und gestärkt werden.
In Zusammenarbeit mit den Münchner Gewerkschaften, der IHK und der Handwerkskammer muss die Stadtverwaltung die privaten Arbeitgeber*innen bei der LGBTIQ*-Gleichstellung unterstützen. Dies ist aufgrund der Veränderung der Politik in den USA und des daraus resultierenden Abbaus der Diversity Programme drängender denn je.
Trans*, inter* oder nicht-binäre Menschen haben es im Arbeitsleben überdurchschnittlich schwer. Hier ist die Stadt aufgefordert, aktiv zielgruppenspezifische Maßnahmen zu entwickeln.
In München hat sich ein immer größer werdender LGBTIQ*-Wirtschaftssektor etabliert. Dieser Wirtschaftssektor sollte auch öffentlich unterstützt werden.
Rosa Liste setzt sich entschieden für den Verbleib der Daseinsfürsorge in kommunaler Hand ein.
Die Vergabe städtischer Aufträge darf nur an Privatunternehmen erfolgen, die ihren Mitarbeiter*innen mindestens Tariflohn bezahlen und bei denen die städtischen Grundsätze zu Ökologie und Gleichbehandlung/Antidiskriminierung eingehalten werden.
#8.15 Schutz und Freiheit in der Stadt: Sicherheits- und Ordnungspolitik für queere Personen
Queers haben ein Recht darauf, überall und immer von den öffentlichen Organen vor Diskriminierung und Verfolgung geschützt zu werden.
Die Rosa Liste fordert:
- Fortbildung und Aufklärung zu queeren Themen bei Polizei, Justiz und Ordnungsbehörden
- Spezielle LGBTIQ*-Ansprechpartner*innen bei der Polizei, bei der Justiz und im Kreisverwaltungsreferat
Der seit kurzem im § 46 Strafgesetzbuch eingefügte Tatbestand des Hassverbrechens muss von Polizei und Gerichten ernst genommen und auch bei LGBTIQ*-Opfern angewandt werden. Hassverbrechen sollen auch entsprechend dokumentiert und statistisch ausgewertet werden.
München soll eine der sichersten Großstädte in Europa bleiben, auch für die LGBTIQ*-Community. Rosa Liste fordert, auf eine flächendeckende Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen und im öffentlichen Nahverkehr zu verzichten.
Rosa Liste wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass männliche und weibliche Prostitution legal und menschenwürdig möglich ist. Deshalb unterstützt Rosa Liste die Förderung von Beratungsstellen wie Mimikry oder Marikas.
#Darum: Rosa Liste
Um all diese Ziele erreichen zu können, benötigen wir eine starke Vertretung dort, wo kommunale Entscheidungen getroffen werden – im Stadtrat und im Bezirksausschuss.
Nur Vertreter*innen aus der Mitte der LGBTIQ*-Community können sicherstellen, dass unsere Interessen gehört und berücksichtigt werden. Schließlich ist die Rosa Liste direkt aus der Szene heraus gewachsen und einer ihrer integralen Bestandteile.
Wir kümmern uns um queere Menschen – und zwar nicht als eines von vielen Themen, sondern wir setzen den Fokus ganz auf LGBTIQ*. So bleiben unsere Inhalte scharf und werden nicht in Parteigremien verwässert.
Als eigenständige Gruppierung haben wir Antragsrechte, Ausschusssitze und bleiben Gesicht und Gewicht der LGBTIQ*-Community im Stadtrat und Bezirksausschuss.
Wir sind bundesweit die einzige Wähler*innen-Initiative ihrer Art – und eine Chance, die München nicht verspielen darf!
Darum Rosa Liste bei der Kommunalwahl 2026 wieder in Stadtrat und Bezirksausschuss 2 wählen!
#Die Kandidat*innen für den Stadtrat
61 Kandidat*innen für 80 Stimmen. Die ersten 10 Kandidat*innen erscheinen mehrfach auf dem Stimmzettel.
| Platz | Name |
|---|---|
| 01 | Bernd Müller (3x auf dem Stimmzettel) |
| 02 | Patricia Sophie Schüttler (3x) |
| 03 | Jule Rönitz (3x) |
| 04 | Sabrina Berndt (3x) |
| 05 | Andreas Klose (3x) |
| 06 | Wolfgang Scheel (3x) |
| 07 | Verena Lany (3x) |
| 08 | Harald Gescher (3x) |
| 09 | Susanne Gerlach (3x) |
| 10 | Alex Kluge (2x) |
| 11 | Marion Hölczl |
| 12 | Dr. Kai Kundrath |
| 13 | Dr. Martina Kohlhuber |
| 14 | Conrad Breyer |
| 15 | Elias Aram Keramati |
| 16 | Peter Ambacher |
| 17 | Dr. Lising Pagenstecher |
| 18 | Albert Knoll |
| 19 | Barbara Stenzel |
| 20 | Christopher Knoll |
| 21 | Dr. Sibylle von Tiedemann |
| 22 | Sven Langenbuch |
| 23 | Monika Primas |
| 24 | Markus Wittig |
| 25 | Renate Lettenbauer |
| 26 | Michael Dyrna |
| 27 | Sandra Höstermann-Schüttler |
| 28 | James Ratledge |
| 29 | Susanne Kalus |
| 30 | Frank Zuber |
| 31 | Regine Anzinger |
| 32 | Albrecht Müller |
| 33 | Berta Gammenthaler |
| 34 | Jonas Langbein |
| 35 | Stefanie Leib |
| 36 | Philipp Johannes Gufler |
| 37 | Elisabeth Mödl |
| 38 | Henryk Hoefener |
| 39 | Birgit Müller |
| 40 | Siegfried Ramsberger |
| 41 | Silvana Urbitzek |
| 42 | Georg Alexander Hermann |
| 43 | Monique Gramsch |
| 44 | Andreas Hastreiter |
| 45 | Ruth Pfeffer |
| 46 | David Langenbuch |
| 47 | Dr. Karin Uecker |
| 48 | Stephan Weiß |
| 49 | Uwe Hagenberg |
| 50 | Dr. Daniel Schlögl |
| 51 | Dr. Matthias Kontarsky |
| 52 | Carlos Castro Lopes |
| 53 | Helmut Hartl |
| 54 | Hansmartin Schön |
| 55 | Horst Rödeler |
| 56 | Klaus Heidenreich |
| 57 | Christian Grodau |
| 58 | Frank Modigell |
| 59 | Frank-Michael Höfer |
| 60 | Stephan Czeschka |
| 61 | Thomas Niederbühl |
#Die Kandidat*innen für den BA 2
13 Kandidat*innen für 23 Stimmen. Die ersten 5 Kandidat*innen erscheinen mehrfach auf dem Stimmzettel.
| Platz | Name |
|---|---|
| 01 | Andreas Klose (3x auf dem Stimmzettel) |
| 02 | Harald Gescher (3x) |
| 03 | Wolfgang Scheel (3x) |
| 04 | Carlos Castro Lopes (3x) |
| 05 | Regine Anzinger (3x) |
| 06 | Frank Zuber |
| 07 | Elisabeth Mödl |
| 08 | Thomas Winzker |
| 09 | Martin Arz |
| 10 | Franz Schirmeier |
| 11 | Klaus Heidenreich |
| 12 | Andreas Hastreiter |
| 13 | Thomas Niederbühl |
#How to vote – Darauf müsst ihr beim Wählen achten
Der Münchner Stadtrat besteht aus 80 Leuten. Deshalb können die Wähler*innen 80 Stimmen vergeben, und so hat die Rosa Liste 61 Kandidat*innen bei der Kommunalwahl aufgestellt.
Listenwahl: alle Stimmen, ein Kreuz Es gibt die Möglichkeit, durch Listenwahl alle 80 Stimmen an eine Partei bzw. Gruppierung zu geben. Dazu genügt ein Kreuz oben in das Kästchen.
Panaschieren und Kumulieren Möchte man einzelne Kandidat*innen wählen, kann man panaschieren. Das bedeutet, dass man seine 80 Stimmen quer über alle Parteien auf dem Wahlzettel verteilt. Aber Achtung: Wenn weniger als 80 Stimmen vergeben werden bitte nicht ein Listenkreuz vergessen. Sonst gehen wertvolle Stimmen verloren. Man kann auch kumulieren (häufeln), was heißt, dass eine Kandidat*in bis maximal 3 Einzelstimmen bekommt.
Aber aufgepasst! Beim Panaschieren und Kumulieren verliert man leicht den Überblick: Stimmen gehen verloren oder die Wahl wird ungültig. Bitte beachtet, dass eine Person max. 3 Stimmen erhalten kann. Auch wenn einige Kandidat*innen drei Mal auf der Liste stehen, dürfen nicht 3x3 Stimmen vergeben werden.
Deshalb unser Vorschlag: Warum also kompliziert, wenn's auch einfach geht: Den Wahlvorschlag der Rosa Liste oben ankreuzen und dem Spitzenkandidaten Bernd Müller (Platz 1) 3 Stimmen geben. So geht nichts schief.