Stand: 25.02.2026 | Anlass: Schwarz-Rot kippt die 65-Prozent-Regel (FAZ, 24.02.2026)
#Schnellnavigation
- Was ist passiert
- Die große Lüge Entlastung für alle
- Die Kostenfalle Gas Was auf Mieter zukommt
- Die Kampagne gegen Habeck Ein Rückblick
- Verfassungsrechtliches Risiko
- Was die Heizungsbranche sagt
- Die soziale Dimension
- Wärmepumpen-Mythen Faktencheck
- One-Liner und Konter
#TL;DR
Die CDU hat jahrelang gegen Habecks "Heiz-Hammer" gehetzt. Jetzt regiert sie selbst und was passiert? Sie benennt das Gesetz um, streicht den Klimaschutz-Kern, und verkauft es als "Befreiung". Die tatsächlichen Verlierer: Mieter, die sich ihre Heizung nicht aussuchen können und in den nächsten 10-20 Jahren explodierende Gaskosten zahlen werden. Eigenheimbesitzer steigen längst auf Wärmepumpen um, weil es sich rechnet. Die "Abschaffung" des Heizungsgesetzes ist keine Entlastung. Es ist eine Umverteilung von unten nach oben.
#Was ist passiert?
Am 24. Februar 2026 haben sich Union und SPD auf die "Abschaffung" von Habecks 65-Prozent-Regel geeinigt:
- §71 GEG fällt komplett weg: Neue Heizungen müssen nicht mehr zu 65% mit Erneuerbaren betrieben werden
- §72 wird gestrichen: Kein Betriebsverbot mehr für Heizkessel älter als 30 Jahre (stammt ironischerweise noch aus der CDU-Ära unter Altmaier)
- Beratungspflicht abgeschafft: Beim Einbau neuer Heizungen muss nicht mehr beraten werden
- Öl- und Gasheizungen wieder uneingeschränkt erlaubt
- Stattdessen: Vage "Grüngasquote" als Ersatz, Details unklar
Jens Spahn (CDU): "Der Heizungskeller wird wieder zur Privatsache."
Was Spahn nicht sagt: Die Kosten werden nicht privat sein. Die trägt die Allgemeinheit.
#Die große Lüge: "Entlastung für alle"
#Wer gewinnt tatsächlich?
Vermieter und Immobilieninvestoren, die weiter billige Gasheizungen einbauen können, statt in Wärmepumpen zu investieren. Anschaffungskosten niedrig, Betriebskosten zahlt der Mieter.
#Wer verliert?
Mieter. Und zwar massiv.
Mieter können sich ihre Heizung nicht aussuchen. Der Vermieter entscheidet, was im Keller steht. Und wenn der Vermieter eine billige Gasheizung einbaut (Anschaffung: wenige tausend Euro), dann heizt der Mieter die nächsten 15-20 Jahre mit Gas. Zu Premiumpreisen. Ohne jede Wahlmöglichkeit.
#Die Eigenheim-Besitzer-Ironie
Wer im Eigenheim wohnt, wird einen Teufel tun und weiter mit teurem Gas heizen. Die rechnen selbst nach und kommen zum gleichen Ergebnis wie Habeck: Wärmepumpe lohnt sich. Deshalb steigen genau diese Besitzer um, während ihre politischen Vertreter noch "Heiz-Hammer!" schreien.
Die 65-Prozent-Regel war nie ein Problem für informierte Eigenheimbesitzer. Sie war ein Schutz für Mieter, die sonst von ihren Vermietern in fossile Abhängigkeit gezwungen werden.
#Die Kostenfalle Gas: Was auf Mieter zukommt
#CO2-Preis steigt unaufhaltsam
| Jahr | CO2-Preis (€/Tonne) | Gaskosten-Aufschlag (ct/kWh) |
|---|---|---|
| 2021 | 25 € | ~0,5 |
| 2024 | 45 € | ~1,1 |
| 2025 | 55 € | ~1,3 |
| 2026 | 55-65 € (Korridor) | ~1,3-1,6 |
| 2028+ | EU-Emissionshandel (Prognose >80 €) | ~2,0+ |
| 2030+ | Prognosen: 100-200 € | Massiver Anstieg |
Beispielrechnung: Ein wenig saniertes Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch zahlt 2026 allein an CO2-Kosten zwischen 263 und 311 Euro pro Jahr. Bis 2030 können das laut ZEW bis zu 1.000 Euro Mehrkosten werden.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW, ADAC, Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
#Die Gasnetz-Todesspirale
- Eigenheimbesitzer steigen auf Wärmepumpen um (weil es sich rechnet)
- Weniger Gaskunden im Netz
- Fixkosten für 500.000 km Gasnetz bleiben gleich
- Kosten werden auf weniger Kunden verteilt
- Netzentgelte steigen für die Verbleibenden
- Noch mehr steigen um → Spirale wiederholt sich
Das DIW Berlin warnt: Die Netzentgelte könnten innerhalb von 20 Jahren um den Faktor 10 ansteigen.
Wer bleibt als Letzter im Gasnetz? Mieter. Die sich ihre Heizung nicht aussuchen können.
Quellen: DIW Wochenbericht 2024/19, VKU-Umfrage 2025, Ofgem UK
#Die Kampagne gegen Habeck: Ein Rückblick
#Was Habeck tatsächlich wollte
- Schrittweiser Umstieg auf erneuerbare Heizungen
- Erst wenn die Kommune geplant hat: 65%-Regel griff erst nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung
- Technologieoffen: Wärmepumpe, Fernwärme, Holzpellets, Hybridheizungen, alles erlaubt
- Großzügige Förderung: Bis zu 70% Zuschuss für den Heizungstausch
- Übergangsfristen und Ausnahmen: Kein sofortiger Zwang, sondern ein Zeitplan über 20 Jahre
- Verfassungsrechtlich fundiert: Basierend auf dem Klimabeschluss des BVerfG von März 2021
#Was die CDU daraus machte
- "Heiz-Hammer!" (BILD-Kampagne)
- "Habeck will euch die Heizung verbieten!"
- "Zwangs-Wärmepumpe!"
- "Totalitäres Hineinregieren in den Heizungskeller!"
Die Realität: Das Gesetz sah Übergangsfristen bis weit in die 2040er vor, zahlreiche Ausnahmen, Förderung und explizit keine Pflicht für bestehende, funktionierende Heizungen.
#Was die CDU jetzt selbst tut
| CDU-Wahlkampf | CDU an der Macht |
|---|---|
| "Wir schaffen das Heizungsgesetz ab!" | Umbenennung in "Gebäudemodernisierungsgesetz" |
| "Keine Vorschriften im Heizungskeller!" | Grüngasquote kommt (= neue Vorschrift für Gasversorger) |
| "Technologieoffenheit!" | Klimaziele im Gebäudesektor bereits verfehlt |
| "Entlastung für Bürger!" | Förderungskürzung: -3,36 Mrd. im Haushalt 2026 |
Die Kernregelungen bleiben. Es gibt weiterhin ein Klimaziel für den Gebäudesektor. Es gibt weiterhin CO2-Bepreisung. Das Gasnetz wird weiterhin rückgebaut. Die Physik hat sich nicht geändert. Nur der Name des Gesetzes.
Siehe auch: Heizungsgesetz - nur umbenannt | klima für CO2-Bepreisung und Klimaziele
#Verfassungsrechtliches Risiko
Die Abschaffung der 65-Prozent-Regel ist möglicherweise verfassungswidrig.
- BVerfG Klimabeschluss 2021: Der Staat ist verpflichtet, die Freiheitsrechte künftiger Generationen durch hinreichend ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen zu schützen (Art. 20a GG)
- Rückschrittverbot: Einmal beschlossene Klimaschutzmaßnahmen dürfen nicht ohne gleichwertigen Ersatz abgeschafft werden
- Bundesverwaltungsgericht, Januar 2026: Hat die Bundesregierung bereits aufgefordert, beim Klimaschutzprogramm nachzubessern. Der Gebäudesektor verfehlt schon jetzt seine Klimaziele
- Mindestens zwei unabhängige Gutachten (u.a. von der Umweltrechtlerin Roda Verheyen) kommen zum Ergebnis: Die Abschwächung ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar
Quelle: Gutachten im Auftrag von Greenpeace/Initiative Gaswende, BVerwG-Urteil Januar 2026
#Was die Heizungsbranche sagt
- Zentralverband Sanitär Heizung Klima (SHK): Heizungsabsatz 2025 so niedrig wie seit über einem Jahrzehnt. "Die Betriebe wissen gar nicht, was sie ihren Kunden noch raten sollen."
- Bundesverband Wärmepumpe: Warnt vor "abrupten Eingriffen in einen funktionierenden Rechtsrahmen"
- BDEW (Energieverband): Sieht in der Abschaffung der 65-Prozent-Regel die Gefahr, dass Klimaziele im Gebäudesektor nicht erreicht werden
- Offener Brief führender Branchenverbände: "Eine Aufweichung oder Abschaffung gefährdet Arbeitsplätze und Innovationen und bremst laufende Transformationsprozesse"
- Energieökonomin Claudia Kemfert (DIW): "Die Grüngasquote ersetzt weder eine klare Elektrifizierungsstrategie noch eine ambitionierte Sanierungsoffensive, sondern verlängert fossile Abhängigkeiten"
Die Branche hatte sich bereits umgestellt. Die CDU hat mit ihrer Kampagne eine Investitionsblockade ausgelöst und tausende Handwerkerjobs gefährdet.
#Die soziale Dimension
#Das Zwei-Klassen-Heizsystem
Obere Mittelschicht / Eigenheimbesitzer:
- Steigen freiwillig auf Wärmepumpe um (rechnet sich wirtschaftlich)
- Nutzen Förderung (30-70% Zuschuss)
- Profitieren von stabilen Strompreisen
- Werden vom CO2-Preis und steigenden Gasnetzkosten nicht betroffen
Mieter / einkommensschwache Haushalte:
- Vermieter baut billige Gasheizung ein
- Mieter zahlt Betriebskosten
- CO2-Preis steigt jährlich
- Netzentgelte steigen durch Gas-Todesspirale
- Kein Zugang zu Förderung (ist für Eigentümer gedacht)
- Kein Wahlrecht über die eigene Heizung
Das ist nicht Entlastung. Das ist Umverteilung nach oben.
#Wärmepumpen-Mythen: Faktencheck
#Mythos 1: "Wärmepumpen sind unbezahlbar!"
| Was? | Kosten |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe (Einfamilienhaus, komplett) | ~30.000 € |
| Nach Förderung (50-70%) | 9.000 - 15.000 € |
| Neue Gasheizung (zum Vergleich) | 8.000 - 15.000 € |
Preise sinken weiter: 2025 lagen die Durchschnittspreise bereits 4.000 € unter dem Vorjahr. Hersteller zielen auf bis zu 40% Kostensenkung bis 2030.
RWTH Aachen / Octopus Energy Studie (2025): 28.000€ für eine 8kW Luft-Wasser-WP in Deutschland vs. 14.000€ in UK. Haupttreiber: 19% MwSt (UK: 0%), prozentuale Förderung die Preise nach oben zieht statt sie zu drücken, überregulierte Installationsanforderungen. Japanische Top-Geräte unter 5.000€ Herstellerpreis, aber kaum ein deutscher Installateur bietet sie an. Marktversagen, nicht Physik.
Quellen: KfW, BEG-Förderrichtlinien, EnBW Preisanalyse, Bundesverband Wärmepumpe
#Mythos 2: "Ewige Wartelisten!"
| Was? | 2022/2023 (Krise) | 2025/2026 (Heute) |
|---|---|---|
| Geräte-Lieferzeit | Bis zu 12 Monate | 4-16 Wochen |
| Installateur-Wartezeit | 12+ Monate | 3-8 Monate |
| Installation selbst | 1-2 Wochen | 2-3 Tage |
Was die CDU-Kampagne verursacht hat: Der Absatz brach 2024 um 46% ein, weil Verbraucher verunsichert waren.
#Mythos 3: "Nur im Neubau mit Fußbodenheizung!"
Fraunhofer-Institut ISE, Feldtest (November 2025):
- 77 Wärmepumpen in Einfamilienhäusern getestet, Baujahre: 1826 bis 2001
- CO2-Emissionen 64% niedriger als vergleichbare Gasheizungen
- Heizstäbe nur für 1,9% der Heizarbeit benötigt
- Knapp 90% der Kunden heizen ohne Fußbodenheizung
#Mythos 4: "Stromkosten fressen die Ersparnis!"
| Heizsystem | Jährliche Energiekosten (EFH, 20.000 kWh) |
|---|---|
| Gasheizung | ~2.000 € (Gas) + 240-311 € (CO2) + steigende Netzentgelte |
| Wärmepumpe (JAZ 3,3) | ~1.140 € (Strom, WP-Tarif ~19 ct/kWh) |
| Ersparnis Wärmepumpe | ~1.000+ € pro Jahr, Tendenz steigend |
Die Verbraucherzentrale rät schon heute vom Einbau neuer Gasheizungen ab.
⚠️ Vorsicht bei "dreimal effizienter"-Argument: COP 3-4 gilt für die WP selbst (Strom → Wärme). Wenn der Gegner das Szenario "100% Gasstrom" annimmt, muss man die Kraftwerksverluste einrechnen: GuD 60%, normales GKW 40-50%. Kette: 1 kWh Gas → 0,55 kWh Strom → 0,55 × 3 = 1,65 kWh Wärme vs. direkte Gasheizung 0,9 kWh. Ergebnis: ~1,8× effizienter, nicht 3×. Immer noch besser! Aber "das ist Physik" + "dreimal" ist angreifbar. Sicherer: "Selbst im ungünstigsten Fall fast doppelt so effizient — und der deutsche Strommix hat über 60% Erneuerbare, da ist der Vorteil noch größer."
#One-Liner und Konter
#Gegen "Habeck war schuld!"
Die CDU hat das Heizungsgesetz "abgeschafft" und durch das gleiche Gesetz mit neuem Namen ersetzt. Die Gaspreise steigen trotzdem. Der einzige Unterschied: Mieter haben jetzt keinen Schutz mehr.
#Gegen "Der Heiz-Hammer ist weg!"
Weg ist nur der Schutz. Die CO2-Kosten steigen weiter. Das Gasnetz wird trotzdem rückgebaut. Die Physik hat sich nicht geändert. Nur der Name des Gesetzes.
#Gegen "Jetzt darf jeder heizen wie er will!"
Jeder Eigenheimbesitzer konnte das vorher schon. Habecks Gesetz schützte Mieter davor, dass Vermieter auf ihre Kosten weiter fossil heizen. Jetzt dürfen Vermieter wieder billige Gasheizungen einbauen. Die Rechnung zahlt der Mieter.
#Gegen "Technologieoffenheit!"
"Technologieoffenheit" heißt hier: Der Vermieter baut die billigste Heizung ein. Das ist Gas. Die Kosten trägt der Mieter. Für 15-20 Jahre. Bei steigenden Preisen. Das ist nicht offen. Das ist eine Falle.
#Gegen "Endlich keine Bevormundung mehr!"
Wessen Bevormundung? Die des Mieters, der sich jetzt nicht aussuchen kann, ob sein Vermieter eine Wärmepumpe oder eine Gasheizung einbaut? Habeck hat Mieter geschützt. Die CDU hat diesen Schutz gestrichen.
#Gegen "Wärmepumpe unbezahlbar!"
Nach Förderung: 9.000-15.000 €. Neue Gasheizung: 8.000-15.000 €. Plus steigende CO2-Kosten. Plus steigende Netzentgelte. Plus Weltmarktrisiko. Rechne nochmal.
#CDU-Ironie
Die CDU hat mit ihrer "Heiz-Hammer"-Kampagne den Wärmepumpen-Absatz um 46% einbrechen lassen, Stiebel Eltron in Kurzarbeit geschickt, und verkauft das jetzt als "Entlastung". Die einzige Entlastung ist für Vermieter.
#CDU-Muster: Versprechen vs. Realität
| Versprechen | Realität |
|---|---|
| "Heizungsgesetz abschaffen!" | Umbenannt in "Gebäudemodernisierungsgesetz" |
| "Milliarden beim Bürgergeld sparen!" | 260 Mio. Mehrkosten laut Bundesagentur für Arbeit |
| "Brandmauer zur AfD steht!" | EVP stimmt mit AfD ab (Nov. 2025) |
| "Mietpreisbremse!" | Erst blockiert (Dez. 2024), dann gefeiert (Jun. 2025) |
#Fernwärme als Pocketbook-Falle — der München-Datenpunkt (NEU 2026-05)
Stand: 2026-05-05 | Recherche-Quelle: BoldClaim-Inbox (Wirtschafts-Recherche Februar 2026)
#Das Argument
Wer "Heizungsgesetz weg, dann wirds billig" sagt, ignoriert: kommunale Fernwärme-Monopolisten haben in den letzten zwei Jahren stärker am Preis gedreht als jeder Wärmepumpen-Förderkürzungs-Effekt.
#Der Fakt: München, +226% in unter zwei Jahren
- Die Stadtwerke München (SWM) haben den Fernwärmepreis zwischen 2022 und 2024 um +226% angehoben — Deutschlands höchste Fernwärmepreise unter den Großstädten
- Über 250.000 Münchner Haushalte sind direkt betroffen (oft ohne Wechseloption — Anschluss- und Benutzungszwang in vielen Quartieren)
- Im Stadtrat hat die Linke 2024/2025 wiederholt einen Sozialtarif für Strom und Fernwärme gefordert (Energiearmut-Argument). SPD/Grüne im SWM-Aufsichtsrat haben das bisher abgelehnt
- Der Aufsichtsrat besetzt sich aus Vertretern fast aller Stadtratsfraktionen — die "Markt regelt"-Logik gilt für ein 100% kommunales Unternehmen
#Warum das Bold-Claim-relevant ist
- Konter zu "Wärmepumpe ist Habecks Zwang": Wer Fernwärme hat, ist sowieso gefangen — die Heizung "freie Wahl" ist Mieter-Märchen
- Konter zu "Fernwärme ist die Lösung": Ohne Sozialtarif ist Fernwärme nicht automatisch billiger als Gas. Die Argumentation "ihr müsst halt anschließen" hilft Geringverdienern nicht
- Konter zu "Stadtwerke = sicher und günstig": SWM ist 100% kommunal, hat trotzdem aggressiv die Preise erhöht. "Privatisierung schuld" greift hier nicht.
#Quellen
- Linke München Stadtrat: 226% Preissteigerung bei der Fernwärme
- Linke München Stadtrat: Sozialtarif für Fernwärme
- Netzwerk Saubere Energie München: Soziale Folgen der Energiepreispolitik
- SWM Wärmewende
#Konter
"Fernwärme ist die billige Alternative."
München 2022→2024: +226% Fernwärmepreis. SWM ist zu 100% kommunal.
250.000 Haushalte betroffen, viele mit Anschlusszwang.
Sozialtarif? Stadtrats-Mehrheit (SPD/Grüne) blockiert.
Heizungsgesetz "abschaffen" hilft hier null.
Das Problem ist nicht Habeck. Es ist der Monopolist im Aufsichtsrat.
"Mieter haben doch Wahl."
Im Fernwärme-Quartier hast du keinen Vertrag — du hast Anschlusszwang.
Preis steigt um 226%? Pech. Wechsel? Nicht erlaubt.
Wer "freier Markt" predigt und Fernwärme-Monopole verteidigt,
hat die Logik gewechselt, sobald ein Stadtwerk profitiert.
#Quellen [LAST_CHECKED: 2026-02]
Aktuell:
- FAZ: Habecks 65-Prozent-Regel wird abgeschafft (24.02.2026)
- Tagesspiegel: Was das neue Heizungsgesetz bedeutet
- Clean Thinking: 65-Prozent-Regel Analyse
- ZfK: Heizungsgesetz abgeschafft
Kostenentwicklung:
Gasnetz-Rückbau:
Wärmepumpen:
- Fraunhofer ISE: WP-QS im Bestand (Nov. 2025)
- BWP Strom-/Gaspreis-Barometer Feb. 2026
- thermondo: Wärmepumpe im Altbau
- EnBW: Wärmepumpe Preisentwicklung
#Update Mai 2026: Reiches Heizungsgesetz und der NKR-Befund [LAST_CHECKED: 2026-05-17]
Am 13. Mai 2026 hat das Bundeskabinett unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Bauministerin Verena Hubertz den Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) beschlossen, der die GEG-Reform der Ampel ersetzt.
#Was Reiches GMG kippt
- 65-Prozent-Regel fällt weg. Stattdessen ein Modell "Technologieoffenheit mit ansteigenden Bio-Quoten". Praktisch heisst das: Gas- und Ölheizungen wieder uneingeschränkt installierbar.
- Mieter-Kostenbremse geschwächt. Die Modernisierungsumlage-Begrenzung (§ 559 BGB-Anpassungen unter GEG) wird verwässert.
- Mietnebenkosten-Aufteilung bei fossilen Heizungen kompliziert. Laut NKR ohne externe Beratung kaum umsetzbar.
#Was der Normenkontrollrat dazu sagt
NKR-Chef Lutz Goebel: "Eines der handwerklich schwächsten und praxisfernsten Vorhaben, die dem Nationalen Normenkontrollrat in den vergangenen Jahren vorgelegt wurden." Der Text sei in weiten Teilen kaum verständlich. Verursache zusätzliche Bürokratie- und Beratungskosten.
Quellen:
- Handelsblatt: Kontrollrat: Heizungsgesetz schwach und praxisfern
- ZDF heute: Vernichtende Kritik vom Normenkontrollrat
#Was Habecks GEG tatsächlich enthielt (nicht der CDU-Mythos)
Diese Fakten gehören in jeden Konter gegen "Habeck zwingt mir Wärmepumpe auf":
1. Sechs pauschale Erfüllungsoptionen (GEG §71), keine WP-Pflicht:
- Anschluss an Wärmenetz (§71b)
- Wärmepumpe
- Biomasse (Pellets/Holz)
- Solarthermie
- Hybrid (WP + Gas/Öl für Spitzenlast)
- H2-ready Gas oder Biomethan-Heizung
Quelle: GEG §71 Volltext, BBSR-Infoportal
2. Bestand: keine Tausch-Pflicht. Alte Heizungen durften weiterlaufen. Erst bei Neueinbau greift die 65-Prozent-Regel, und auch dann mit Übergangsfristen entlang der kommunalen Wärmeplanung.
3. Gestaffelte BAFA-Förderung bis 70%, einkommensabhängig (geltend bis Förderfreeze 2024):
- 30% Grundförderung
- +20% Klimageschwindigkeits-Bonus (Bestandsheizung tauschen statt neu bauen)
- +30% Einkommens-Bonus (wenn zu versteuerndes Einkommen unter 40.000 Euro)
- +5% Effizienz-Bonus (bestimmte WP-Modelle)
- Deckel: max 70% von 30.000 Euro = max 21.000 Euro pro erste Wohneinheit
Quelle: BAFA Förderprogramm im Überblick
4. Mieter-Kostenbremse via Modernisierungsumlage-Cap. Der Vermieter konnte die teuerste Modernisierung nicht mehr 1:1 auf den Mieter umlegen. Genau das war der soziale Kern, den Reiche jetzt schwächt.
#Wärmepumpen-Marktentwicklung 2022 bis 2024
Belegt, dass Habecks Förderung gewirkt hat, solange die Auszahlungen liefen:
| Jahr | WP-Absatz DE | Veränderung |
|---|---|---|
| 2022 | ~236.000 | Vergleichsbasis |
| 2023 | 356.000 | +51%, Rekordjahr |
| 2024 | ~200.000 | −44% |
Ursache 2024-Einbruch: BVerfG-Urteil November 2023 zur KTF-Lücke + wochenlanger BAFA-Auszahlungs-Freeze + Förderbedingungs-Unsicherheit nach Regierungswechsel. Nicht Programm-Versagen.
Quelle: BWP/BDH Pressemeldung 2023-Rekord, BWP Absatzzahlen
#WP-Preisunterschied DE vs UK: vier Treiber, nicht ein
Die Octopus Energy + RWTH Aachen Studie 2025 zeigt: 8 kW WP-Anlage kostet in DE rund 28.000, in UK rund 14.000. Treiber laut Studie:
- 19% MwSt in DE vs 0% in UK. Bundesfinanzministerium-Sache.
- Förderungsform: UK Festbetrag 7.500 Pfund, DE prozentual gestaffelt (begünstigt Anbieter-Markt-Macht).
- Schallschutzpflicht in DE erzwingt schwerere Geräte plus Fundament.
- Klimatische Anforderungen: niedrigere Außentemperaturen erfordern Modelle, die auch bei tieferen Temperaturen effizient bleiben.
Drei der vier Treiber sind nicht GEG-Sache. Wer "Habecks Förderung treibt die Preise" sagt, muss erklären, wie das die MwSt und die Bauordnung erklären soll.
Quelle: Octopus/RWTH-Studie via pv-magazine, Pressemitteilung Octopus