Weil es nicht um Politik geht. Es geht um Werte.
Steuern, Verteidigung, Regulierung: darüber kann man streiten und trotzdem am selben Tisch sitzen. Aber Trump-Wählen ist keine Steuerpolitik-Entscheidung. Es ist die Entscheidung dass alles auf dieser Liste akzeptabel ist solange die eigenen Interessen bedient werden:
Ein Präsident der gerichtlich bestätigt eine Frau sexuell missbraucht hat ($83 Mio, E. Jean Carroll). 34 Felony-Verurteilungen. Einen Umsturzversuch angezettelt bei dem Menschen gestorben sind. Kinder von ihren Eltern getrennt und in Käfige gesperrt (tausende bis heute nicht wiedervereinigt). Einen Krieg angefangen.
Dein Partner schaut sich das an und sagt: ja, der bekommt meine Stimme.
Das ist keine Meinungsverschiedenheit. Das ist eine Wertentscheidung. Er sagt damit: meine Steuern, mein Benzinpreis, mein kulturelles Unbehagen wiegt schwerer als die körperliche Unversehrtheit anderer Menschen. Das ist seine Priorität. Und Prioritäten sind Charakter.
"Wir reden nicht über Politik" funktioniert nur wenn die Politik dich nicht betrifft. Deine trans Freunde betrifft es. Deine nicht-weißen Kollegen betrifft es. Deine Freundinnen die auf medizinische Versorgung angewiesen sind betrifft es. "Wir reden nicht darüber" heißt: es betrifft mich nicht genug um zu streiten. Kein Kompromiss. Gleichgültigkeit als Beziehungsmodell.
Die Frage ist nicht ob er ein netter Mensch ist. Nette Menschen haben in jeder Epoche weggeschaut. Die Frage ist: was muss jemand unterstützen damit du sagst, das ist zu viel? Wenn ein verurteilter Sexualstraftäter der Kinder einsperrt und Kriege anfängt diese Grenze nicht erreicht, wo liegt sie dann?