AfD/FDP-Wohnungspolitik entlarven, "freier Markt"-Argumente kontern, Best-Practice-Beispiele
#Schnellnavigation
- AfD Wohnungspolitik - Warum katastrophal
- FDP Marktglaube - Warum gescheitert
- Der freie Markt Mythos
- Best Practice - Was funktioniert
- CDU Wohnungsbilanz
- Copy-Paste Arsenal
#AfD Wohnungspolitik - Warum katastrophal
AfD-Behauptung: "Wir lösen die Wohnungskrise!"
#Was die AfD will:
- Sozialen Wohnungsbau stoppen - keine neuen Sozialwohnungen
- Mietpreisbremse abschaffen - Markt soll regeln
- Öffentliches Wohnungseigentum privatisieren - an Investoren verkaufen
- "Einheimische" bevorzugen - bei Wohnungsvergabe
#Warum das katastrophal ist:
1. Privatisierung haben wir schon probiert:
- Berlin 1990er: Stadt verkauft Wohnungen billig an Investoren
- 2000er: Mieten explodieren
- 2020er: Stadt muss Wohnungen zurückkaufen - zum 10-fachen Preis
2. Ohne Mietpreisbremse:
- Investoren maximieren Rendite
- Keine bezahlbaren Wohnungen für Normalverdiener
- Verdrängung in Randgebiete
3. "Einheimische bevorzugen":
- Wie definierst du das? Nachname? Hautfarbe?
- Verfassungswidrig (Diskriminierungsverbot)
- Spaltet Gesellschaft
Quellen:
Konter:
AfD-Wohnungspolitik:
1. Sozialbau stoppen
2. Mietpreisbremse weg
3. Öffentliche Wohnungen privatisieren
Berlin hat das in den 90ern probiert.
Ergebnis: Mieten explodiert, Stadt kauft jetzt zum 10-fachen zurück.
Das ist kein Plan. Das ist ein Desaster-Rezept.
#FDP Marktglaube - Warum gescheitert
FDP-Behauptung: "Lasst den Markt regeln! Weniger Bürokratie = mehr Wohnungen!"
#Was die FDP will:
- Bürokratie abbauen → "Markt baut mehr"
- Mietregulierung lockern → "Investoren kommen"
- Steuervorteile für Investoren → "Trickle-down"
#Warum das nie funktioniert hat:
1. Markt baut nur Luxus:
- Höhere Margen bei Luxuswohnungen
- Warum sollte ein Investor billig bauen?
- Ohne Vorgaben: Nur Penthouses und Lofts
2. "Trickle-down" dauert Jahrzehnte:
- Theorie: Reiche ziehen in neue Luxuswohnungen → alte werden frei
- Realität: "Alte" Wohnungen werden saniert → teurer
- Filtereffekt braucht 20-30 Jahre, wenn überhaupt
3. FDP war oft in der Regierung:
- Schwarz-Gelb, Ampel - sie hatten Einfluss
- Ergebnis: Wohnungskrise wurde SCHLIMMER, nicht besser
Quellen:
Konter:
FDP: "Lasst den Markt regeln!"
Der Markt regelt: Investoren bauen Luxus, weil mehr Marge.
Trickle-down? Dauert 30 Jahre - falls es je ankommt.
FDP war in der Regierung. Ergebnis: Mieten explodiert.
"Weniger Regulierung" hat noch nie bezahlbare Wohnungen geschaffen.
#Der freie Markt Mythos
#"Texas zeigt, dass Deregulierung funktioniert!"
Das Argument: "Houston hat keine Zoning-Gesetze → Wohnungen sind billig. Machen wir das auch!"
Warum das nicht übertragbar ist:
| Faktor | Houston | Deutsche Großstädte |
|---|---|---|
| Land | Endlos Sprawl möglich | Begrenzt, dicht besiedelt |
| Baukosten | Niedrig | Hoch (Löhne, Standards) |
| Infrastruktur | Auto-abhängig | ÖPNV-basiert |
| Klimaschutz | Minimal | Verpflichtend |
| Mieterschutz | Praktisch keiner | Grundrecht |
Houston-Realität:
- Keine Zoning → Chaos-Stadtentwicklung
- Überschwemmungsgebiete bebaut → Katastrophen bei Hurrikans
- Keine langfristige Planung → Infrastrukturkollaps
Konter:
"Houston zeigt, dass Deregulierung funktioniert!"
Houston:
- Endlos Sprawl auf billigem Land
- Kein ÖPNV, nur Autos
- Überschwemmungsgebiete bebaut → Katastrophen
Deutschland:
- Begrenztes Land
- ÖPNV-Abhängigkeit
- Klimaziele
Das ist nicht übertragbar. Das ist Äpfel mit Birnen.
#"London/SF beweisen, dass freier Markt funktioniert!"
Realität-Check:
| Stadt | Was passiert ist |
|---|---|
| London | Dereguliert, trotzdem teuerste Stadt Europas |
| San Francisco | Tech-Boom + Nimbyism = unbezahlbar |
Das Problem:
- Beide sind NICHT frei - sie haben selektive Deregulierung
- Investoren durften bauen, aber nur Luxus
- Soziale Kontrollen abgeschafft, Nachfrage ignoriert
Konter:
"London/SF beweisen..."
London: Teuerste Stadt Europas trotz Deregulierung.
SF: Unbezahlbar trotz Tech-Milliarden.
Beide haben dereguliert und versagt.
Das sind keine Erfolgsbeispiele - das sind Warnungen.
#Best Practice - Was funktioniert
#Wien - Der Goldstandard
Fakten:
- ~60% der Wiener leben in Sozial- oder Genossenschaftswohnungen
- Stadt hat ihr Wohnungseigentum NIE verkauft
- Sozial- und Marktwohnungen im gleichen Gebäude
Ergebnis:
- Stabile Mieten trotz Großstadtnachfrage
- Keine Gentrifizierungs-Ghettos
- Mischung aller Einkommensklassen in allen Vierteln
Konter:
"Regulierung funktioniert nicht!"
Wien: 60% öffentlich/genossenschaftlich.
Ergebnis: Stabile Mieten, gemischte Viertel, kein Ghetto.
Die haben ihr Wohnungseigentum nicht verkauft.
Berlin hat's getan → 10x-Rückkaufpreis.
#Tokio - Smarte Deregulierung
Was Tokio RICHTIG macht:
- Flexible Zoning → schnelle Genehmigungen
- Bauen in die Höhe erlaubt
- ABER: Klare Regeln für Sicherheit und Infrastruktur
Ergebnis:
- Tokio baut mehr Wohnungen pro Jahr als ganz England
- Trotz Megacity: Relativ bezahlbar
Was Tokio NICHT macht:
- Keine Mietpreis-Kontrollen → kleinere Wohnungen
- Weniger Mieterschutz → mehr Unsicherheit
Konter:
Du willst echte Deregulierung, die funktioniert? Tokio.
- Flexible Zoning
- Schnelle Genehmigungen
- Bauen in die Höhe erlaubt
ABER: Klare Regeln, kein Wildwest.
Und trotzdem: Kleinere Wohnungen, weniger Mieterschutz.
#Schweiz-Vergleich — "Die zahlen das Doppelte, also muss der Markt recht haben"
Das Argument: Schweizer Löhne sind nominal fast doppelt so hoch wie deutsche. Also funktioniere dort der Markt besser.
Warum das Argument kollabiert:
Nominallöhne ohne Kaufkraftbereinigung sind bedeutungslos. Der relevante Vergleich ist AIC (Actual Individual Consumption) per Kopf in Kaufkraftstandards (PPS) — also was Haushalte real konsumieren können, inklusive öffentlicher Leistungen.
Eurostat 2023 (EU27=100):
- Deutschland AIC: 120
- Schweiz AIC: 117
Deutschland liegt beim realen Konsum pro Kopf leicht über der Schweiz. Der scheinbar doppelte Schweizer Lohn schmilzt nach Kaufkraftbereinigung auf null. (Zum Vergleich: BIP pro Kopf in PPS liegt CH bei 154, DE bei 118 — aber dieses Maß erfasst Investitionen und staatliche Ausgaben, nicht das, was im Portemonnaie bleibt.)
(Quelle: Eurostat/Statistika Slovenija, AIC und GDP per capita in PPS 2022-2024, EU27=100, https://www.stat.si/StatWeb/en/News/Index/14033, verifiziert: 2026-06-12)
Zürich: rot-grün regiert, trotzdem Spitzenreiter bei Lebensqualität
Zürich hat seit 1990 ununterbrochen eine rot-grüne Mehrheit in der Stadtregierung. Auch das Stadtpräsidium ist seit 1990 durchgängig in linker Hand. Die Stadt gilt als einer der lebenswertesten Orte der Welt. Mercer Quality of Living Ranking 2024: Platz 1 weltweit (langjährig unter den Top 3, 2024 Platz 1).
Das Argument "links = unwirtschaftlich / lebensunwert" trifft auf Zürich schlicht nicht zu. Die Vermögenssteuern sind hoch, der ÖPNV massiv subventioniert, der Wohnungsmarkt stark reguliert — und die Stadt führt Weltranglisten an.
(Quellen: SRF News, "Zürich wählt so links wie noch nie", https://www.srf.ch/news/schweiz/abstimmungen-8-3-2026/linksgruene-taktik-hatte-erfolg-zuerich-waehlt-so-links-wie-noch-nie, verifiziert: 2026-06-12; Mercer Quality of Living City Ranking 2024, https://www.mercer.com/about/newsroom/zurich-offers-highest-quality-of-living-for-international-assignees-according-to-mercers-2024-quality-of-living-city-ranking/, verifiziert: 2026-06-12)
Konter:
"Schweiz zahlt das Doppelte — der freie Markt funktioniert eben!"
Eurostat 2023, kaufkraftbereinigt (AIC per PPS, EU27=100):
Deutschland: 120. Schweiz: 117.
Deutschland liegt vor der Schweiz.
Der nominale Lohnunterschied verschwindet, sobald man Preise einrechnet.
Und Zürich: Seit 1990 rot-grün. Mercer 2024: Platz 1 der Welt.
Das passt nicht in "links = unwirtschaftlich".
#Der gemeinsame Nenner
Was funktionierende Märkte gemeinsam haben:
- Starke öffentliche/genossenschaftliche Basis (Wien, Zürich) ODER
- Massive Baugenehmigungen mit klaren Regeln (Tokio)
Was NICHT funktioniert:
- "Deregulieren und hoffen" (London, SF)
- "Privatisieren und vergessen" (Berlin 90er)
- "Markt macht das schon" (Nirgendwo)
#CDU Wohnungsbilanz — Die Zahlen
Die Zeitreihe (Quelle: Bundesregierung via Statista):
| Jahr | Sozialwohnungen | Veränderung |
|---|---|---|
| 1987 | ~3,9 Mio | Ausgangslage West |
| 2001 | ~1,8 Mio | Nach Wende + Privatisierung |
| 2006 | 2,09 Mio | Beginn der Statista-Reihe |
| 2010 | 1,66 Mio | -20% in 4 Jahren |
| 2015 | 1,33 Mio | -36% seit 2006 |
| 2020 | 1,13 Mio | -46% seit 2006 |
| 2024 | 1,05 Mio | -50% seit 2006 |
| 2025 | 1,03 Mio | -1,5% ggü. Vorjahr, neuer Tiefststand |
(2025er Bestand bestätigt: Antwort der Bundesregierung auf Anfrage von Caren Lay, Linke. Quelle: ZDFheute, https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/sozialer-wohnungsbau-linke-bundestag-100.html, verifiziert: 2026-06-11. Die frühere Schätzung "erstmals unter 1 Mio" hat sich NICHT bestätigt, es sind noch knapp über 1 Mio.)
Was das bedeutet:
- Halbierung in 19 Jahren (2006: 2,09 Mio, 2025: 1,03 Mio), Tendenz weiter fallend
- Nicht einmal jede 20. Mietwohnung (4,6%) ist Sozialwohnung
- 2025: Weitere ~45.000 Wohnungen aus Sozialbindung gefallen
- Mieterbund Mietenreport 2025: Wohnungskrise erreicht "Mitte der Gesellschaft", 6 Mio Mieter "extrem überlastet"
- Nur jede 4. angebotene Wohnung noch bezahlbar für Durchschnittsmieter, nur jede 20. für Geringverdiener
Wer regierte:
- 2005–2021: CDU-Kanzlerschaft (Merkel)
- 2006: Föderalismusreform → Bund zieht sich aus Wohnungsbau zurück
- 1990: Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit → Sozialwohnungen werden Renditeobjekte
Quellen: [LAST_CHECKED: 2026-03]
- Statista: Sozialwohnungen 2006–2024 ✅
- Deutscher Mieterbund: Mietenreport 2025 ✅
- evangelisch.de: Immer weniger Sozialwohnungen ✅
- Wikipedia: Sozialer Wohnungsbau in Deutschland ✅
- taz: Studie zum Mangel an Sozialwohnungen ✅
- Bundestags-Drucksache 20/11712 (S. 127) ✅
- Bundestags-Drucksache 19/3592 (S. 16) ✅
Konter:
16 Jahre CDU-Wohnungspolitik:
2006: 2,09 Mio Sozialwohnungen.
2025: Noch 1,03 Millionen.
Halbiert. In 19 Jahren.
Mieterbund 2025: 6 Mio Mieter "extrem überlastet".
"Der Markt regelt" — ja, er hat geregelt. Gegen euch.
#Das Sozialbindungs-Loch — Warum "mehr bauen" allein nicht reicht
Der Mechanismus: Sozialwohnungen haben eine befristete Bindung (15–25 Jahre, München: 40 Jahre). Läuft die Bindung aus → Vermieter darf Marktpreis verlangen → Sozialwohnung verschwindet.
BGH-Urteil 2019: Unbefristete Sozialbindung ist unwirksam. Bindung darf nur so lange dauern wie der günstige Kredit läuft.
Die Netto-Rechnung:
- Jährlich fallen ~45.000 Wohnungen aus der Sozialbindung (2025: 47.700 erwartet bis Ende 2026)
- Bis 2035: Über 500.000 weitere fallen raus
- Neubau: Nur ~25.000–50.000 pro Jahr
- Ergebnis: Netto-Verlust jedes Jahr, egal wie viel gebaut wird
Die "Versorgungslotterie":
- 11 Mio Haushalte hätten Anspruch auf Wohnberechtigungsschein
- 1,03 Mio Sozialwohnungen existieren (Ende 2025, siehe Zeitreihe oben)
- Nur jeder 10. Berechtigte bekommt tatsächlich eine
- Etwa die Hälfte aller Mieterhaushalte hätte Anspruch
Warum das der wichtigste Debattenpunkt ist: Jede Partei, die nur "mehr bauen" verspricht, ohne die Bindungsfrist zu ändern, betreibt Symptombekämpfung. Du kannst nicht schneller bauen als das System Wohnungen ausspuckt.
Quellen: [LAST_CHECKED: 2026-03]
- Deutscher Mieterbund: Mietenreport 2025 ✅
- evangelisch.de: Immer weniger Sozialwohnungen ✅
- vorwärts: Gutachten Sozialquote ✅
- BGH-Urteil Februar 2019, Az: V ZR 176/17
Konter:
"Wir bauen einfach mehr Sozialwohnungen!"
Jedes Jahr fallen 41.000 aus der Bindung.
Neubau: 25.000–50.000.
Netto: Jedes Jahr weniger.
Ohne dauerhafte Bindung läufst du einem Loch hinterher.
Mehr bauen allein reicht nicht. Das System hat ein Leck.
"Wir haben die Mittel erhöht!"
11 Mio Haushalte haben Anspruch auf Sozialwohnung.
1,03 Mio existieren.
Nur jeder 10. Berechtigte bekommt eine.
Das ist keine Wohnungspolitik. Das ist eine Lotterie.
#Subventions-Irrsinn — Symptome statt Ursachen bezahlen
Das Missverhältnis:
- Bund + Länder geben für Wohngeld + Kosten der Unterkunft ein Mehrfaches dessen aus, was in den Neubau von Sozialwohnungen fließt: rund 20 Mrd €/Jahr (KdU gesamt ca. 16 Mrd, Bundesanteil 11,1 Mrd 2024, plus Wohngeld; Quelle: BMF Kommunalfinanzen, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Oeffentliche_Finanzen/Foederale_Finanzbeziehungen/Kommunalfinanzen/entlastungen-der-kommunen-durch-den-bund-im-detail.html, verifiziert: 2026-06-11) gegen 4 Mrd Neubau-Förderung
- Neubau-Förderung Bund: 2024: 3,15 Mrd; 2026: 4 Mrd (davon 500 Mio Junges Wohnen), 2027: 5 Mrd geplant, bis 2029 insgesamt 23,5 Mrd zugesagt (Quelle: BMWSB Pressemitteilung März 2026, https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2026/03/VV-soz-wohnungsbau.html, verifiziert: 2026-06-11)
- Das frühere "8x" stammt aus der Zeit mit unter 2,5 Mrd Neubau-Förderung; aktuell ist es eher das 5-fache. Richtung unverändert: Symptome werden höher subventioniert als Ursachen behoben
Was das bedeutet: Der Staat subventioniert hohe Mieten statt bezahlbare Wohnungen zu bauen. Das Geld fließt an Vermieter, nicht in Wohnungen.
Was gefordert wird:
- Pestel-Institut/Bündnis Soziales Wohnen: Sondervermögen 50 Mrd. €
- Mieterbund: 100.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr + 75.000 Bestandswohnungen mit Bindung + 60.000 bezahlbare Mietwohnungen/Jahr
- Ziel: 2 Mio Sozialwohnungen bis 2030 (fehlen aktuell: ~1 Mio)
Koalitionsvertrag 2025 (CDU/CSU + SPD):
- Verspricht Bürokratieabbau und mehr Baugenehmigungen
- Keine konkreten Sozialwohnungszahlen vereinbart
- Keine Änderung der Sozialbindungsfristen geplant
Quelle: taz: "Der Staat ist erpressbar" ✅
Konter:
Deutschland gibt rund 5x mehr für Wohngeld + Unterkunftskosten aus
als für den Bau von Sozialwohnungen.
Das heißt: Wir subventionieren hohe Mieten für Vermieter,
statt bezahlbare Wohnungen zu bauen.
Das ist keine Sozialpolitik. Das ist eine Gelddruckmaschine für Investoren.
#Bürokratie-Realität in Großstädten (NEU 2026-05)
Stand: 2026-05-05 | Recherche-Quelle: BoldClaim-Inbox (Wirtschafts-Recherche Februar 2026)
#Das Argument
FDP, AfD und Teile der Union behaupten, "Bürokratieabbau" reiche, um die Wohnungskrise zu lösen. Die Realität ist: Großstädte überschreiten die gesetzliche Genehmigungsfrist als Regelfall, nicht als Ausnahme — und das liegt nicht an "der Regulierung", sondern an chronischer Personalunterausstattung der Bauämter (genau die Stellen, die "Schlanker-Staat"-Parteien als Erstes streichen wollen).
#Konkreter Datenpunkt München
- Gesetzliche Frist für Baugenehmigungen: 3 Monate
- Realität in München (Lokalbaukommission): 8 bis 18 Monate
- 85% der Anträge überschreiten die Frist (Stand 2026)
- FDP-Forderung Kommunalwahl 2026: Bauantragsfrist auf 6 Monate (also Verdoppelung der gesetzlichen Frist als realistisches Ziel — Eingeständnis, dass die 3-Monats-Frist Fiktion ist)
#Warum das die "Markt regelt"-Logik kippt
- Es ist kein Regulierungsproblem. Die Vorschriften sind die gleichen wie 1990. Die Stadtverwaltung war nur damals personell stärker
- Personalabbau ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Wer Stellen im Bauamt streicht, verlängert die Wartezeit auf Genehmigungen
- Investoren bevorzugen rechtsklare Vorgaben + schnelle Verfahren. "Wildwest-Markt" produziert Klagen und Stillstand, nicht Wohnungen.
#Quellen
- FT Immobilien: Baugenehmigung München 2026 - Wartezeiten Lokalbaukommission ✅ Verifiziert 2026-02
- IHK München: Kommunalwahlbroschüre 2026 (PDF; Bürokratie als Top-Problem für Betriebe)
#Konter
"Weniger Bürokratie, mehr Wohnungen!"
Realität München: 85% der Bauanträge überschreiten die 3-Monats-Frist.
Genehmigung dauert 8 bis 18 Monate. Nicht weil zu viele Regeln —
weil zu wenig Personal im Bauamt.
Die gleichen Parteien, die "Schlanker Staat" rufen,
fordern dann mehr Tempo. Beides geht nicht.
"Genehmigungs-Marathon ist Habecks Schuld!"
Münchens Lokalbaukommission braucht 8-18 Monate für Genehmigungen.
Die Vorschriften sind seit Jahren stabil.
Was geschrumpft ist: Personal in den Bauämtern.
Du willst schneller bauen? Stell Stellen ein, statt sie zu streichen.
#Stimmungsbild Bayern 2026 — der Mood-Datenpunkt
Stand: 2026-05-05 | Quelle: BayernTrend Februar 2026 (Infratest dimap)
| Thema | Anteil unzufrieden |
|---|---|
| Wohnen & Mietmarkt | 57% |
| ÖPNV | 48% |
| Straßen/Brücken/Radwege | 48% |
| Wirtschaftslage | 37% |
| Integration | 37% |
| Schulen & Kita | 23% |
| Verwaltung | 23% |
Was das nutzt:
- Wer behauptet, "die Leute haben kein Problem mit der Mietpreis-Bremse, das ist linkes Stadt-Geschwätz", liegt empirisch falsch. Wohnen ist das mit Abstand größte Unzufriedenheitsthema bayernweit, deutlich vor Migration
- 49% der Bayern spüren kommunale Sparmaßnahmen im Alltag — Sparkurs-Argumente sind nicht "alternativlos populär"
- Wirtschaftslage und Integration stehen gleichauf (37%) — die "alle reden nur über Migration"-These hält der Faktenlage nicht stand
#Quelle
- BayernTrend Februar 2026 (Infratest dimap) ✅ Verifiziert 2026-02
#Konter
"Die Leute wollen Migrations-Thesen, nicht Mietpreisbremse."
BayernTrend Februar 2026: Wohnen 57% unzufrieden. Migration 37%.
Das ist 20 Prozentpunkte Abstand.
Die "ihr redet am Volk vorbei"-Erzählung redet selbst am Volk vorbei.
#"Einheimische zuerst" — warum es rechtlich nicht geht
Stand: 2026-05-05 | Recherche-Quelle: BoldClaim-Inbox (Wirtschafts-Recherche Februar 2026)
Bayernpartei, AfD und Teile der CSU fordern "Vorrang für Einheimische" bei Sozialwohnungen, Kita-Plätzen und städtischen Leistungen. Das Argument klingt populär, ist aber rechtlich nicht durchsetzbar:
#Drei Gründe, warum das scheitert
- EU-Freizügigkeit (Art. 45 AEUV): Innerhalb der EU darf bei Wohnraumvergabe nicht nach Nationalität diskriminiert werden. EU-Bürger haben dieselben Rechte wie Deutsche
- Diskriminierungsverbot (Art. 3 GG, AGG): Bevorzugung nach Herkunft, Hautfarbe oder Nachname ist verfassungswidrig. Was als "Einheimische" gemeint ist, lässt sich rechtlich nicht definieren, ohne diese Linie zu überschreiten
- Faktischer Test: Eine Münchnerin türkischer Herkunft, die seit 30 Jahren in der Stadt wohnt — ist sie "einheimisch"? Wer ja sagt, gibt zu, dass das Kriterium "Wohnsitzdauer" ist, nicht "Herkunft" (was ohnehin schon Praxis ist). Wer nein sagt, hat das eigentliche Argument offengelegt
#Wo das in Realität schon scheitert
Die Bayernpartei stellt im Stadtrat München diese Forderung seit Jahren — sie ist nie umgesetzt worden, weil sie spätestens vor dem Verwaltungsgericht kassiert würde. Die Werbung damit ist Symbolpolitik ohne Lieferketten.
#Konter
"Münchner sollen Vorrang bei Sozialwohnungen haben!"
Drei Probleme:
1. EU-Freizügigkeit verbietet Nationalitäts-Bevorzugung
2. Bevorzugung nach Herkunft ist verfassungswidrig (Art. 3 GG)
3. Wenn "Einheimisch" = lange wohnhaft, machts die Stadt schon. Wenn = Pass/Hautfarbe — dann sag das.
Die Forderung ist Werbespruch ohne Vollzug. Vor Gericht gehts unter.
#Copy-Paste Arsenal
#AfD-Wohnungspolitik Killer
AfD will:
✓ Sozialbau stoppen
✓ Mietpreisbremse weg
✓ Öffentliche Wohnungen privatisieren
Berlin hat das probiert.
Ergebnis: Mieten explodiert, Stadt kauft zum 10-fachen zurück.
AfD-Politik = Berlins Fehler wiederholen.
#FDP-Marktglaube Killer
"Der Markt regelt das!"
FDP war in der Regierung. Mehrfach.
Ergebnis: Wohnungskrise wurde schlimmer.
Der Markt baut Luxus. Weil mehr Marge.
Ohne Sozialwohnungen keine bezahlbaren Mieten.
#Texas-Vergleich Killer
"Houston zeigt, Deregulierung funktioniert!"
Houston: Endlos Sprawl, kein ÖPNV, Überschwemmungs-Chaos.
Deutschland: Begrenztes Land, ÖPNV, Klimaziele.
Das ist nicht übertragbar.
#London/SF Killer
"London/SF beweisen..."
London: Dereguliert → teuerste Stadt Europas.
SF: Dereguliert → unbezahlbar.
Das sind keine Erfolge. Das sind Warnungen.
#Wien-Argument
"Regulierung funktioniert nicht!"
Wien: 60% öffentlich/genossenschaftlich.
Ergebnis: Stabile Mieten, gemischte Viertel.
Regulierung funktioniert.
Du musst nur die richtige wählen.
#Fragen, die den Marktgläubigen zerstören
- Warum sollte ein Investor billig bauen, wenn Luxus mehr bringt?
- War das Kollabieren der Sozialwohnungen von 4M auf 1M ein Erfolg?
- Wenn Deregulierung funktioniert, warum ist London so teuer?
#One-Liner: Trickle-Down Housing
"Luxus baut sich runter!"
Theorie: 30 Jahre Trickle-Down.
Realität: "Alte" Wohnungen werden saniert → teurer.
Trickle-Down funktioniert nicht. Noch nie.
#Quellen-Shortcuts
Wohnungsmarkt-Daten:
Analysen:
Mieterrechte:
Sozialwohnungen-Daten:
- Statista: Sozialwohnungen 2006–2024
- Deutscher Mieterbund
- Bündnis Soziales Wohnen / Pestel-Institut
- Bundestags-Drucksache 20/11712 (Regierungsantwort Sozialwohnungen)
Internationaler Vergleich: